Toshiba zieht Stellenstreichungen vor
Halbleiterflaute bringt Toshiba und NEC hohe Verluste

Wegen trüber Aussichten auf dem Halbleitermarkt denkt Toshiba über eine Trennung von der Speicherchipfertigung nach. NEC bekräftigt trotz Nettoverlusten im ersten Halbjahr den Ergebnisausblick.

ddp/rtr/vwd TOKIO. Die Flaute auf dem Halbleitermarkt hat die weltweiten Nummern zwei und drei unter den Chipherstellern, die japanischen Konzerne Toshiba und NEC, in der ersten Hälfte ihres Geschäftsjahres tief in die Verlustzone rutschen lassen. Toshiba verzeichnete im ersten Geschäftshalbjahr 2001/2002 (April bis September) einen höheren operativen Verlust als angekündigt. Zugleich erwartet das Unternehmen nach Angaben vom Freitag auch für das Gesamtjahr einen höheren Verlust als vorausgesagt. Toshiba werde sich möglicherweise sogar von der Speicherchipfertigung trennen, sagte Firmenchef Tadashi Okamura.

NEC wies für den gleichen Zeitraum zwar ebenso einen Nettoverlust im Konzern aus, erreichte jedoch die eigenen Geschäftsziele und bekräftigte zudem den Ergebnisausblick.

Toshiba verzeichnete in der ersten Hälfte seines Geschäftsjahres einen Konzernverlust von 123,1 Mrd. Yen (rund 2,2 Mrd. DM) nach einem Gewinn von 53,9 Mrd. Yen vor einem Jahr. Der operative Verlust lag mit 98,4 Mrd. Yen höher als die bislang angekündigten 80 Mrd. Yen. Den Umsatz gab Toshiba mit 2,51 Bill. Yen an nach 2,83 Bill. Yen im Vorjahreszeitraum.

Für das Gesamtjahr erwartet das Unternehmen den Angaben zufolge einen operativen Verlust von 110 Mrd. Yen. Die Prognose für den Nettoverlust wurde auf 200 Mrd. Yen zurückgenommen. Noch im August war ein geringeres Minus von 115 Mrd. Yen vorausgesagt worden.

Toshiba kündigte zugleich an, die Investitionen im Halbleitergeschäft im laufenden Geschäftsjahr um ein Drittel zu kürzen, was 25 Mrd. Yen entspricht. Die Stellenstreichungen in der Sparte Halbleiter würden wegen der schlechten Ergebnisse vorgezogen, erklärte der Chip-Konzern. Die 3 000 Mitarbeiter sollen das Unternehmen bis März 2002 und nicht wie bisher geplant bis März 2004 verlassen.

Zu der von Analysten erwarteten möglichen Kooperation mit Infineon bei der Speicherchipherstellung äußerte sich Toshiba-Chef Tadashi Okamura auf einer Pressekonferenz nicht.

NEC reduziert Umsatzerwartungen

NEC bezifferte am Freitag seinen Nettoverlust für die ersten sechs Monate des Geschäftsjahres auf 29,9 Mrd. Yen (rund 534 Mill. DM). Im Zeitraum April bis September des Vorjahres war noch ein Konzerngewinn von 20,5 Mrd. Yen angefallen. Der operative Gewinn habe 5,3 Mrd. Yen betragen, verglichen mit 74,61 Mrd. Yen im Vorjahreszeitraum. NEC bestätigte dennoch seine Ertragsziele für das Gesamtjahr, reduzierte die Umsatzerwartung aber um 40 Mrd. auf 5,3 Bill. Yen.

Toshiba-Aktien schlossen in Tokio nach Bekanntgabe der Ergebnisse in einem leicht nachgebenden Gesamtmarkt 4,67 % tiefer bei 510 Yen. NEC-Papiere gaben 2,82 % auf 1 242 Yen nach.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%