Totale Konvergenz
Vive l' Evolution - Handy und PDA verschmelzen

Auf der CeBIT 2002 treffen Handy und PDA aufeinander. Was sich wie der finale Endkampf um die Zukunft der mobilen Datenübertragung und Kommunikation anhört, stellt sich auf der weltgrößten Computermesse in Hannover als friedliche Koexistenz dar.

Telekommunikationshalle 26: Der ältere Herr rückt noch einmal seine Lesebrille zurecht, während eine nette E-Plus-Mitarbeiterin ihm an einem der i-mode-Terminals den neuen Spaß aus Japan präsentiert. Es blinkt, leuchtet farbig und macht Musik, was dem Mann sichtlich Freude bereitet. Und er ist nicht der einzige. Der Stand ist gerammelt voll. Die Symbiose aus mobiler Datenübertragung und Sprachkommunikation gibt es auf der CeBIT zum Anfassen - als hätte die Welt nur darauf gewartet.

Telefonieren, E-mails verschicken und Zeitung lesen - kein Problem, aber mit welchem Gerät? Während die Handy-Hersteller im Zuge von i-mode und wap 2.0 den Massenmarkt im Visier haben, fokussieren die PDA-Produzenten ihren Blick auf die Business-Kunden.

Hewlett-Packard stellt mit dem Jornada 928 WDA auf der CeBIT ein PDA mit integrierter Handyfunktion vor. Der WDA (wireless digital assistent) bleibt aber "ein Datengerät", erläutert Marketingleiter Ralf Groh das Produkt. Die Aussage bestätigt den Eindruck. Das Jornada sieht aus wie ein klassisches PDA. Bei Farbdisplay und Design haben die Entwickler sich wirklich ins Zeug gelegt. Doch die oberhalb angelegte, farblose Handy-Anzeige wirkt nicht integriert, sondern aufgestülpt.

Anders bei Palm. Die Erfinder des PDA zeigen auf dem Weg ins mobile Zeitalter keine First-Mover-Qualitäten. Noch gibt es keinen Palm mit integrierter Handy-Funktion. Der elektronische Organizer findet seinen Weg in die Welt der Telekommunikation nur mit Hilfe einer aufgesteckten Bluetooth-Karte und einem bluetooth-fähigen Handy. Trotzdem sind die Amerikaner mit am Smartphone-Markt. Das Treo von Handspring läuft auf dem Betriebssystem Palm OS.

Ein Palm-Mitarbeiter versichert am Stand einer kleinen Menschentraube, man sei auf dem PDA-Markt dennoch weiterhin die Nummer eins. Doch die Zwitter aus PDA und Handy werden nach Ansicht von Palm-Produktmanager Christopher Lang weiter an Bedeutung gewinnen. Derzeit haben die sogenannten Smartphones am PDA-Markt nach Angaben der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) einen Marktanteil von rund 15 Prozent.

Für Palm noch zu wenig. Man arbeite an einem "vollintegrierten Gerät", doch momentan ist der "Zeitpunkt, mit einem Produkt an den Markt zu gehen, noch nicht gekommen", erklärt der Produktmanager. Das geplante Gerät soll primär ein PDA bleiben. "Wir werden kein Gerät bauen, was wie ein Handy aussieht", versichert Palm-Produktmanager Lang.

Während die PDA-Hersteller erst in diesem Jahr mit vollintegrierten Produkten auf den Markt kommen, gibt es von der Handy-Seite bereits seit 1996 eine Lösung: Der Nokia Communicator. Das Konzept des Communicator werde aber nicht in Richtung PDA verändert, erklärt Produktmanager Jakko Hosio. Der Finne gibt sich im Anbetracht der neuen Konkurrenz von Seiten der PDA-Hersteller gelassen. Er erwartet einfach die Existenz "verschiedener Lösungen am Markt". Ralf Groh von Hewlett-Packard rechnet dagegen in den nächsten drei bis vier Jahren mit einer Richtungsentscheidung.

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