Totalliquidition droht
Napster vor dem Ende

Der CEO der umstrittenen Musiktauschbörse Napster Inc. ist zurückgetreten. Der frühere Bertelsmann-Manager Konrad Hilbers (39) zieht damit die Konsequenzen aus einer sich zuspitzenden Konfrontation zwischen den Altgesellschaftern von Napster, die sich nicht über Details für ein Kaufangebot der Napster-Anteile durch die Bertelsmann AG einigen konnten.

DÜSSELDORF. Die Übernahme der Mehrheit an Napster durch den Medienkonzern hätte die notwendige Liquidität gesichert, um den Napster-Betrieb zunächst fortführen zu können. Die Musiktauschbörse ist seit Mitte 2000 offline und verfügt über faktisch keine Einnahmequellen. Ein Neustart als kommerzieller Onlinedienst scheiterte bislang an technischen Problemen und der Weigerung der großen Musiklabels, ihre Musikkataloge für einen Vertreib über den Musiktauschring zu lizensieren.

Die Bertelsmann AG erklärte in einer Stellungnahme, dass sie die Entwicklung bedauere, aber weiter in die Zukunft der Peer-to-Peer-Tauschbörsen glaube. Berterlsmann soll bislang rund 85 Mill. $ in Krediten in Napster investiert haben.

Bertelsmann, heißt es in Unternehmenskreisen, hat 5 Mill. $ für Napster geboten sowie den Verzicht auf alle Forderungen und 5 Mill. $ sofortige Liquiditätshilfe. Dies sei den Altgesellschaftern, vor allem der Venture Capital Firma Hummer Winblad, nicht genug gewesen. Bertelsmann habe jedoch jede Nachbesserung abgelehnt. Nun drohe eine Totalliquidition nach Chapter 7, heißt es, falls kein neuer Investor einspringen sollte. Bei Napster in Redwood City war bislang keine Stellungnahme zu erhalten.

Quelle: Handelsblatt

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
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