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Tote bei Bombenexplosion in Moskau

Beim zweiten großen Terroranschlag in Russland binnen einer Woche sind am Dienstagabend im Zentrum von Moskau mindestens zehn Menschen getötet worden. Weitere 51 Menschen seien verletzt worden, darunter auch vier Kinder, teilte der russische Inlandsgeheimdienst FSB mit.

dpa MOSKAU. Beim zweiten großen Terroranschlag in Russland binnen einer Woche sind am Dienstagabend im Zentrum von Moskau mindestens zehn Menschen getötet worden. Weitere 51 Menschen seien verletzt worden, darunter auch vier Kinder, teilte der russische Inlandsgeheimdienst FSB mit.

Eine Selbstmordattentäterin habe ihre Bombe nahe der belebten Metro-Station "Rischskaja" gezündet. Am vergangenen Dienstag hatten zwei mutmaßliche tschetschenische Selbstmordattentäterinnen mit Bomben zwei Flugzeuge zum Absturz gebracht. Dabei waren 90 Menschen getötet worden.

Nach Polizeiangaben explodierte die Bombe zur Hauptverkehrszeit um 20.17 Uhr Ortszeit (18.17 Uhr Mesz) unter einer Hochbrücke am Rigaer Bahnhof. In unmittelbarer Nähe befinden sich auch ein Kaufhaus und die Metro-Station. Zwölf der Verletzten schwebten am Abend noch in Lebensgefahr, teilte der Zivilschutz mit. Die Bombe war nach Polizeiangaben mit Nägeln und Metallsplittern gefüllt.

"Einige Zeugen haben gesehen, wie eine Frau auf die Metro zuging und dabei die Aufmerksamkeit von Polizisten am Eingang erregte", sagte Polizeisprecher Waleri Gribakin dem Fernsehsender NTW. "Da drehte sie sich um, und die Bombe detonierte." Durch die Detonation gerieten zwei Personenwagen in Brand, so dass die Polizei zunächst eine Autobombenexplosion vermutete. Mehr als 30 Krankenwagen waren im Tatort im Einsatz.

Bei der letzten schweren Bombenexplosion in Moskau waren Anfang Februar in der U-Bahn 40 Menschen getötet worden. Nach Angaben der Polizei hatte damals ein tschetschenischer Selbstmordattentäter die Bombe gezündet. Im Juli 2003 hatten zwei Tschetscheninnen bei einem Rockkonzert in Moskau 15 Menschen getötet.

Der FSB bezeichnete am Dienstag offiziell zwei Tschetscheninnen als mutmaßliche Attentäterinnen bei den Anschlägen gegen zwei Passagierjets. Die Bomben an Bord der Tupolews seien von Frauen gezündet worden, "die Pässe auf die Namen Sazita Dschebirchanowa und Amanat Nagajewa benutzten". Die russischen Sicherheitsbehörden hatten die Wahrscheinlichkeit eines Anschlags zunächst heruntergespielt und ihn offiziell erst nach dem Fund von Sprengstoffspuren bestätigt.

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