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Tote bei Gefechten mitten in Bagdad

Bei einer Serie von Angriffen und Anschlägen mit mindestens fünf Autobomben sind am Wochenende im Irak weit mehr als 30 Menschen ums Leben gekommen.

dpa BAGDAD. Bei einer Serie von Angriffen und Anschlägen mit mindestens fünf Autobomben sind am Wochenende im Irak weit mehr als 30 Menschen ums Leben gekommen.

Allein im Stadtzentrum von Bagdad starben bei Kämpfen zwischen US-Soldaten und Aufständischen am Sonntag mindestens elf Menschen, 45 weitere wurden verletzt. In Ramadi 100 Kilometer westlich von Bagdad, griffen die Rebellen an mehreren Stellen US-Verbände an, berichteten Augenzeugen. Nach Angaben von Krankenhausärzten wurden dabei elf Menschen getötet und 41 verletzt.

Nach Darstellung des US-Militärs setzten Aufständische am Sonntag in der Haifa-Straße im Zentrum von Bagdad einen Schützenpanzer mit einer Autobombe in Brand. Vier US-Soldaten wurden dabei verletzt. Anschließend schossen US-Hubschrauber in die Menschenmenge, die den ausgebrannten Panzer umringt hatte. Unter den elf Toten war auch ein Mitarbeiter des arabischen Nachrichtensenders El Arabija. Die Wohngebiete entlang der Haifa-Straße gelten als Widerstandsnester.

Eine Autobombe explodierte nach Angaben von Augenzeugen am Eingang zur "Grünen Zone" in Bagdad, in der die Übergangsregierung ihren Sitz hat. Irakische Wachleute hätten den Fahrer des Wagens getötet. Bei der Explosion einer weiteren Autobombe im Westen von Bagdad starben am Sonntagmorgen nach Angaben von Augenzeugen ein Oberst der irakischen Polizei, ein weiterer Polizist und ein Passant.

Auf einer Islamisten-Seite im Internet tauchte eine Erklärung der Terrorgruppe "El Tawhid wa El Dschihad" des Jordaniers Abu Mussab el Sarkawi auf, in der sich die Gruppe angeblich zu mehreren Anschlägen bekannte, die am Sonntag die irakische Hauptstadt erschütterten. Darunter war auch ein Angriff auf das Gefängnis von Abu Ghoreib im Westen Bagdads. Ein US-Militärsprecher sagte, ein Attentäter habe versucht, am Sonntagmorgen mit einer Autobombe das Gefängnistor zu durchbrechen. Die Wachleute hätten daraufhin den Fahrer getötet.

Wie das polnische Militärkommando mitteilte, griffen Aufständische am Sonntag nordöstlich der Stadt Hilla eine gemeinsame Patrouille der multinationalen Truppen und der irakischen Nationalgarde mit einer Autobombe und einem weiteren Sprengsatz an. Drei irakische Soldaten seien dabei getötet und drei weitere verletzt worden, von einem vierten fehle jede Spur. Nördlich von Hilla starben einige Stunden später drei polnische Soldaten, als ihre Patrouille mit Granaten und halbautomatischen Waffen beschossen wurde. Drei weitere Polen wurden nach Angaben eines Sprechers des polnischen Generalstabes verletzt.

Drei Iraker starben nach Anagaben von Ärzten bei Gefechten zwischen Aufständischen und US-Soldaten in der südlich von Bagdad gelegenen Stadt El Musajjib. Weitere US-Angriffe auf Stellungen von Aufständischen gab es am Sonntag laut Augenzeugen in der nordirakischen Kleinstadt Tel Afar, um die US-Soldaten und die irakische Nationalgarde einen Belagerungsring gezogen haben. Ein Arzt im örtlichen Krankenhaus erklärte, von Donnerstag bis Sonntag seien mehr als 50 Tote und 90 Verletzte in die Klinik gebracht worden.

Am Samstagabend war im Internet ein Tonband aufgetaucht, das Abu Mussab el Sarkawi zugeschieben wird. Darin hetzt dieser gegen irakische Kurden und Schiiten und ruft Muslime in aller Welt auf, sich dem Kampf im Irak anzuschließen. Erneut bedrohte er auf dem Tonband den irakischen Ministerpräsidenten Ijad Allawi mit dem Tod.

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