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Tote durch Hurrikan „Frances“

Der Hurrikan „Frances“ hat in Florida eine mehr als 150 Kilometer breite Schneise der Verwüstung hinterlassen und mindestens vier Menschen in den Tod gerissen. In einer ersten Bilanz schätzen Experten den Schaden auf bis zu zehn Mrd. $ (acht Mrd. €).

dpa MIAMI. Der Hurrikan "Frances" hat in Florida eine mehr als 150 Kilometer breite Schneise der Verwüstung hinterlassen und mindestens vier Menschen in den Tod gerissen. In einer ersten Bilanz schätzen Experten den Schaden auf bis zu zehn Mrd. $ (acht Mrd. ?).

Millionen Menschen waren auch am Montag noch ohne Strom. In Gainesville im Landesinneren starb dem "Miami Herald" zufolge eine Frau, als ein Baum auf ihren Wohnwagen fiel. In der Nähe des Ortes kam zudem ein Mann bei einem sturmbedingten Verkehrsunfall ums Leben. Zwei Menschen im Landkreis Orange starben nach einem Bericht des Fernsehsenders NBC an giftigen Abgasen, nachdem sie ihren mobilen Generator ins Haus gebracht hatten. Schon auf den Bahamas waren durch den Wirbelsturm zwei Menschen ums Leben gekommen.

Während zwei Tage nach Beginn der ersten Stürme im Süden Floridas mit den Aufräumarbeiten begonnen wurde, rüstete sich der Norden bei heftigen Regenfällen mit Sandsäcken gegen drohende Überflutungen. "Frances" war zwar schon am Sonntag auf einen tropischen Sturm herabgestuft worden. Ed Rappaport, stellvertretender Direktor des Hurrikan-Zentrums in Miami, aber befürchtete, dass sich der Sturm wieder zu einem Hurrikan der Kategorie eins entwickeln könnte.

In manchen Gegenden war besondere Vorsicht auf überfluteten Straßen geboten: Alligatoren tummelten sich im Wasser, weil viele Straßenbefestigungen zerstört sind. "Hier sind einige unterwegs", zitierte der "Miami Herald" Kevin Beary von der Polizei in Kissimmee in Zentralflorida. Probleme mit zu viel und zu wenig Wasser führten auch dazu, dass vier Krankenhäuser in den Gemeinden Brevard und Martin geräumt werden mussten - sie waren überflutet beziehungsweise konnten nicht mit Trinkwasser versorgt werden. In Daytona Beach, einem der am schwersten betroffenen Orte, waren die Dächer mehrerer Hotels sowie das Dach der renommierten Konzerthalle "Peabody Auditorium" schwer beschädigt.

Besonders hart traf es Bewohner von Wohnwagensiedlungen. "Es ist ein Desaster, nichts ist übrig, da arbeitet man sein ganzes Leben, um sich hier zur Ruhe zu setzen und dann dies", klagte der 79-Jährige Frank Holmes in Vero Beach Reportern. Andere hatten Glück: "Es ist alles verdreckt, hier liegen Bäume, die nicht hierher gehören, aber sonst ist alles in Ordnung", freute sich Ed Burton (47) vor seinem mobilen Heim im selben Küstenort.

Der Hurrikan hatte in der Nacht zum Sonntag Floridas Küste erreicht. Er beschädigte auf seinem Weg über das Land in Richtung Nordwesten zahlreiche Gebäude, verwüstete Plantagen sowie Strände und riss Stromleitungen herunter. Dennoch war der Sturm laut "Miami Herald" weniger katastrophal als von den meisten befürchtet.

Auch die Behörden zeigten sich überwiegend erleichtert, dass es relativ wenig Opfer und offenbar in vielen Orten auch weniger Schäden als erwartet zu beklagen gab. "Wir sind heilfroh, dass es nicht so schlimm war wie vor drei Wochen beim Hurrikan "Charley"", sagte Stadtrat Jack Schluckebier in Melbourne an der Ostküste. "Charley" hatte an der Westküste Floridas viele Menschen unvorbereitet getroffen, 23 Menschen starben. Diesmal hatten 2,8 Millionen Menschen in der größten Evakuierungsaktion der Geschichte Floridas ihr Zuhause aus Vorsicht verlassen.

Etwa 5000 Mann der Nationalgarde wurden laut "Miami Herald" mobilisiert, um bei den Aufräumarbeiten zu helfen. Viele Straßen und Häuser waren in Küstenorten wie Melbourne oder West Palm Beach auch noch am Montag überflutet. Die Flughäfen von Miami und Fort Lauderdale hatten zwar wieder geöffnet. Mit einem normalen Flugbetrieb werde aber erst im Verlauf der Woche wieder gerechnet. Die meisten Schulen in Florida sollten am Dienstag wieder öffnen.

"Frances" kam für die Tourismusindustrie zu einem besonders misslichen Zeitpunkt, nämlich ausgerechnet am "Labor-Day"-Wochenende. Dies ist in den USA eines der wichtigsten Ferienwochenenden des Jahres, da mit dem am "Labor-Day" am Montag die Sommerferien zu Ende gehen. Der Tourismus bringt Florida jährlich 50 Mrd. $ ein. Bereits Hurrikan "Charley" hatten diesen Wirtschaftsbereich schwer getroffen. Insgesamt hatte "Charley" versicherte Schäden in Höhe von 7,4 Mrd. $ verursacht.

Während "Frances" allmählich abzog, braute sich laut Hurrikan- Zentrum in der Karibik ein neuer Hurrikan zusammen: "Ivan" könnte Florida innerhalb einer Woche erreichen.

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