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Totengräberstimmung an der Wall Street

... und es geht weiter mit Höchstgeschwindigkeit in die Tiefe. Sowohl der Nasdaq Composite als auch der Index der 30 Standardwerte setzen ihre Reise in die Verlustzone fort. Nachdem die Technologiebörse erst gestern auf dem tiefsten Stand seit Oktober 1998 geschlossen hatte, geht es heute erneut um knapp fünf Prozent in den Keller. Auch im Dow Jones Index müssen regelmäßig Handelsbeschränkungen, auch "Curbes" genannt, eingesetzt werden, um die Anleger vor noch stärkeren Kursverlusten zu schützen.

Die zahlreichen Gewinn- und Umsatzwarnungen am Anfang des neuen Quartals deuten weiter auf eine düstere Zukunft. Zahlreiche Unternehmen hatten offensichtlich vergeblich gehofft, dass ein Endspurt am Quartalsende die notwendigen Gewinn- und Umsatzwarnungen verhindern könnte. Auch das Brokerhaus Salomon Smith Barney erhellt die Aussicht mit der Prognose für den Dow Jones Index nicht. Die Analysten reduzieren die Erwartung für das Jahresende 2001 von 11.750 Punkte auf 11.400 Punkte. Der Analyst Tobias Levkovich rät dennoch, den Aktienanteil im Portfolio von 65 Prozent auf 70 Prozent zu erhöhen.

An der Technologiebörse sorgt vor allem der Software-Sektor für deutliche Verluste. Die Schwergewichte Cisco Systems und Microsoft ziehen den Index in die Tiefe. Außerdem tendieren Oracle, Veritas und Gemstar TVGuide schwach. Der Index der 30 Standardwerte wird dagegen von 3M, IBM und J.P.Morgan ins negative Terrain geprescht. Nur der Pharmabereich kann sich in der Gewinnzone behaupten.

Gestern nach Handelsschluss schockte der Software-Sektor mit erneuten Gewinn- und Umsatzwarnungen. Ariba, Broadvision, Inktomi und Redback Networks führten die Liste der Schreckensbotschafter an. Zudem gaben alle Unternehmen bekannt, die Belegschaft deutlich zu reduzieren, um in Zukunft Kosten einzusparen. Die Aktien der Unternehmen notieren im Handelsverlauf deutlich im Minus. Broadvision verliert rund 30 Prozent, während sich die Aktie von Inktomi nahezu halbiert.

Ebenfalls negativ tendieren die Werte des Einzelhandels. Laut der Investmentbank Goldman Sachs haben amerikanische Discount- und Kaufhausketten die Planzahlen für die letzte Märzwoche nicht erreicht. Vor allem ungewöhnlich kaltes Wetter im Nordosten der USA hat Kunden von Käufen abgehalten. Auch wenn die Verkaufszahlen in der laufenden Woche aufgrund des Osterfestes anziehen könnten, gehen die Analysten davon aus, dass die meisten Einzelhandelsunternehmen die geplanten Absatzzahlen im laufenden Monat nicht erreichen werden. Wal-Mart, Target, Federated und Kohl?s tendieren schwächer.

Der Pharmabereich kann sich dagegen mit leichten Kursgewinnen behaupten. Merck, Eli Lilly und Schering-Plough notieren entgegen dem allgemeinen Abwärtstrend im Plus. Grund hierfür dürfte sein, dass im Pharmabereich weiter hohe Wachstumsraten erwartet werden. Auch die Investitionen in die Forschung sollten weiter stabil bleiben.

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