Totz allem Frühlingsstimmung
Tech-Titel an der Wall Street schwächer

Die Wall Street hat den März mit einer ansehnlichen Rally begonnen, doch zum Wochenanfang ist der Markt nun wieder uneinheitlich. Während der Dow Jones weiter mit Gewinnen handelt und am Montagmorgen 50 Punkte zulegt, rutscht die Nasdaq zunächst um 10 Punkte in die Verlustzone.

Dass ein US-Hubschrauber in Afghanistan abgeschossen wurde und sechs Soldaten ums Leben kamen, belastet die Märkte am Morgen nicht. Vielmehr stützen die guten Konjunkturdaten und optimistischen Kommentare der letzten Woche weiter den Handel. Dow und Nasdaq hatten die Woche mit einer ansehnlichen Rally beendet, der Dow Jones hatte in fünf Handelstagen 4 Prozent, die Nasdaq 4,5 Prozent zugelegt.

Am Montagmorgen stehen nun einige Tech-Werte auf der Verliererseite. Die Aktie des Softwareherstellers Oracle ist mit einem Minus von 18 Prozent größter Verlierer, nachdem das Unternehmen eine Ertragswarnung ausgesprochen hat. Bei nachhaltig schwachem Umsatz rechnet der Marktführer für Speichersoftware damit, die allgemeinen Gewinnerwartungen an das Quartal um einen Cent zu verfehlen. Die Analysten von Merrill Lynch stufen die Aktie auf "halten" ab. Bei Prudential Securities senkt man unterdessen die Gewinnerwartungen an Oracle, die Credit Suisse First Boston setzt das Kursziel herab.

Die Warnung bei Oracle zieht auch weitere Software-Titel ins Minus. Peoplesoft und Siebel Systems geben etwa 2 Prozent ab, Branchenführer Microsoft gibt leicht ab.

Ganz andere Probleme belasten den Software-Hersteller Computer Associates . Die Ratingagentur Moody?s hat die Kreditwürdigkeit des zuletzt gebeutelten Unternehmens um einen Grad heruntergesetzt. Für die Analysten von JP Morgan kommt dies zwar überraschend, doch urteilt man, es hätte schlimmer kommen können. Die Experten hatten mit einer Senkung um zwei Grade gerechnet. Im übrigen glauben sie, das Downgrade sei bereits eingepreist, für die Aktie sei nach einem Kurseinbruch um zuletzt 60 Prozent ein Boden erreicht. Am Morgen verliert Computer Associates 3,8 Prozent.

Auch andere Tech-Werte stehen am Morgen unter Druck: Die Analysten von Merrill Lynch äußern sich nur noch "neutral" über den Computerriesen IBM . Man sei um die Umsätze bei Big Blue "besorgt", die Aktie handele auf einem angemessen Niveau.

Auch der Chipriese Intel verliert am Morgen. Überhaupt sind in dieser Wochen alle Augen auf den Sektor gerichtet. Bei einer Branchenkonferenz von Morgan Stanley werden sich in den nächsten drei Tagen die CEOs aller großen Hersteller zu ihren Aussichten äußern, am Donnerstag legt Intel einen Zwischenbericht zum Quartal vor. Dan Niles, Chip-Analyst von Morgan Stanley geht davon aus, dass der Marktführer seine Umsatzerwartungen einengen und nach unten begrenzen wird. Er erwartet, dass Intel einen Umsatz von 6,6 - 6,7 Milliarden Dollar ankündigen und die Spanne bis 7 Milliarden Dollar ausklammern wird.

Mit guter Stimmung starten die Internet-Aktien in die neue Woche. Die Analysten von Merrill Lynch stufen Yahoo auf, die Deutsche Banc Alex Brown setzt den Internet-Auktionator Ebay auf "aggressiv kaufen". Beide Aktien legen um 3 Prozent zu.

Ein weiteres Upgrade stützt am Morgen die Aktie von General Motors , die 2,5 Prozent gewinnt. Die Analysten von JP Morgan setzen den Titel von "halten" auf "kaufen". Sie sagen, der weltgrößte Autokonzern profitiere von der anhaltend robusten US-Nachfrage für PKWs und der vorteilhaften Entwicklung der Marktanteile. Der Analyst hebt die Erwartungen für die PKW-Verkaufszahlen in Nordamerika auf 16,5 Millionen Stück an.

Negative Kommentare belasten hingegen die Papiere von Minnesota Mining & Manufacturing, kurz 3 M. Bei Lehman Brothers senkt man die Gewinnerwartungen für den Industrie-Multi, da man vor allem im ohnehin schwachen Auslandsgeschäft weitere Einbrüche erwartet. Die Schätzungen von Lehman Brothers liegen nun unter denen des Unternehmens und des Marktes; die Aktie verliert 0,5 Prozent.

Mit Home Depot leidet ein weiterer Dow-Wert unter einem Downgrade: Die UBS Warburg senkt ihr Rating für die größte US-Baumarktkette und den Konkurrenten Lowe?s von "aggressiv kaufen" auf "kaufen". Zum einen habe der Sektor den übrigen Einzelhandel zuletzt outperformed, zum anderen seien die Unternehmen zuletzt so erfolgreich gewesen, dass positive Überraschungen in naher Zukunft ausgeschlossen werden könnten. Die Analysten senken ihr Kursziel für Home Depot auf 55 - 35 Dollar, für Lowe?s auf 52 bis 59 Dollar. Beide Aktien verlieren 2,7 Prozent.

Auch Nachrichten von der Rüstungsfront werden auf dem Parkett diskutiert: Nach bisher erfolglosem Werben hat Nothrop Grumman den Kollegen von TRW eine feindliche Übernahme angekündigt. "TRW hat auf unser Angebot nicht substanziell reagiert", erklärt Northrop-Vorstand Kent Kresa. Man leite nun die zweite Phase ein und wende sich direkt an die Aktionäre des Übernahmekandidaten. TRW hält das Angebot von 6 Milliarden Dollar für nicht ausreichend, an der Wall Street vermutet man, dass das Management auf der Suche nach einem "Weißen Ritter" ist, der durch ein höheres Angebot Northrop aus dem Rennen schmeißt. Nothrop Grumman verliert 1,6 Prozent.

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