Tour-Sieg 2004 wird angepeilt
Riis freut sich auf Jan Ullrich

Jan Ullrich und Bjarne Riis planen bereits die Details für ihre gemeinsame sportliche Zukunft, auch wenn der Vertrag noch immer nicht unterschrieben ist.

HB/dpa ZOLDER. In einem ARD-Interview wünschte sich der von Telekom geschiedene Olympiasieger aus Merdingen den jungen Tobias Steinhauser (Scheidegg) vom Team Gerolsteiner als Begleiter nach Dänemark zum Riis-Team CSC Tiscali. Gleichzeitig sprach der dänische Toursieger von 1996 am Rande der WM in Zolder von seiner Philosophie des modernen Radsports und rechnete hoch: "2004 könnte Jan bei der Tour de France wieder um den Sieg mitfahren."

Zuvor hätte Ullrich, der bis 23. März 2003 gesperrt und nach seiner zweiten Knie-Operation noch nicht wieder im Training ist, für ein Comeback aber hart zu arbeiten. Riis setzt auf seine Jugend: "Er ist 28. Das dauert vielleicht fünf Monate, bis er wieder oben ist." Die Methoden, wie er dort hinkommt, bestimmt Riis, auch wenn sich Ullrich kürzlich in Berlin ausdrücklich weiter zu seinem alten Trainer Peter Beckert bekannte. Riis: "Die Trainingspläne bestimme ich - das ist doch klar."

Bis es so weit ist, muss aber noch das Finanzielle geregelt werden. "Ich verhandle zur Zeit mit drei bis vier neuen Geldgebern, die von meinen Konzepten sehr angetan sind. Ich habe ein gutes Produkt, was ich noch verbessern will. Bis spätestens Mitte November muss ich mein neues Team beim Weltverband UCI gemeldet haben", sagte Riis. Den deutschen Sponsor, den Ullrich-Manager Wolfgang Strohband (Hamburg) in die neue deutsch-dänische Verbindung mit einbringen will, verrät er nicht.

Über das Gelingen des heiklen Comeback-Unternehmens für den seit Januar 2002 Wettkampf-abstinenten Ullrich hat Riis keine Zweifel. "Jan muss nicht mehr, aber er will. Das weiß ich, und deshalb freue ich mich auf ihn. Oscar Freire wollte nicht unbedingt zu mir - deshalb habe ich ihn nicht genommen", sagte der Däne zur Absage an den Doppel-Weltmeister aus Spanien, der inzwischen bei Rabobank in den Niederlanden unterschrieben hat.

"Ich habe ein Unternehmen mit 55 Angestellten. Acht Leute arbeiten außerhalb des Fahrerkreises von bisher 15 Profis das ganze Jahr für mich. Ich habe eine Philosophie - ich will das beste und modernste Radsport-Team der Welt. Ich führe keinen Rennstall mit meiner Garage als Hauptquartier", unterstrich der ehemalige Telekom-Fahrer seinen professionellen Ansatz als Teamchef. Der Erfolg gibt Riis bisher recht.

Immerhin machte er den Franzosen Laurent Jalabert, der seine Karriere am Sonntag nach dem WM-Rennen beendete, zum zweiten Mal zum Bergkönig der Tour de France. Tyler Hamilton (USA) verpasste als Zweiter in diesem Jahr knapp den Giro-Sieg. Ein Tour-Sieger fehlt Riis auch noch.

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