Tourismusbranche hofft auf Welle: Erste Pauschaltouristen aus China erwartet

Tourismusbranche hofft auf Welle
Erste Pauschaltouristen aus China erwartet

Erstmals werden am Wochenende Reisegruppen mit Pauschaltouristen aus China in Deutschland eintreffen. Dank neuer erleichterter Reisebestimmungen erwartet die deutsche Tourismusbranche einen kräftigen Anstieg der Buchungen aus dem Reich der Mitte.

HB/dpa FRANKFURT. Die Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT) in Frankfurt rechnet damit, dass die Zahl der Übernachtungen von derzeit rund 600 000 auf über eine Million im Jahr 2009 steigen wird. Bisher waren aus China nur Geschäftsreisen gestattet.

Die DZT-Vorstandsvorsitzende Ursula Schörcher sagte, die deutsche Reisewirtschaft sehe in China als drittwichtigstem Überseemarkt ein großes Potenzial. Auch an Sprachreisen nach Deutschland bestehe großes Interesse. Die ersten Gruppen mit insgesamt einigen hundert Pauschaltouristen sollen am Samstag auf dem Frankfurter Flughafen eintreffen. Auf die Premierengäste wartet ein dicht gedrängtes Programm. So bereisen die rund 70 Kunden der China Travel & Trading GmbH bei ihrer neuntägigen Deutschland-Tour elf Städte - darunter Heidelberg und Füssen.

Umgerechnet gut 1 400 Euro zahlen die chinesischen Touristen für den Trip einschließlich Flug. Der Veranstalter schätzt die Chinesen als "krisenfest" ein. "Durch Ereignisse wie den drohenden Irakkrieg lassen sie sich nicht wie Europäer oder Amerikaner von ihren Reiseplänen abhalten." Im Jahr 2000 seien 5,6 Millionen Chinesen privat ins Ausland gereist. Ein anderer Anbieter, die Caissa Touristic, bietet seinen 130 Gästen eine Tour mit sechs Übernachtugen für rund 1 100 Euro - "all inclusive", wie Geschäftsführer Mang Chen betont. Als Zielgruppe in China für die Reisen sieht er unter anderem Rentner, Unternehmer, Mitarbeiter ausländischer und staatlicher Unternehmen.

"Von den 1,3 Milliarden Chinesen können sich etwa 50 Millionen derartigen Reisen leisten", sagte Chen. Die Nachfrage sei "sehr groß". Bald schon soll es Spezialreisen etwa zur Romantischen Straße oder auf den Spuren klassischer Musiker geben. Möglich wurde der Pauschaltourismus aus China durch ein im Juli 2002 vom damaligen Bundeswirtschaftsminister Werner Müller in Peking unterzeichnetes Memorandum, das unter anderem die beschleunigte Ausstellung spezieller Visen ermöglicht.

Die chinesische Regierung erlaubt ihren Bürgern Gruppenreisen nur in Länder, mit denen eine solche Vereinbarung gilt. Deutschland ist nach Angaben der China Travel & Trading GmbH das erste europäische Land, das ein solches bilaterales Abkommen mit China geschlossen hat.

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