Tourismusgeschäft in der Krise
Preussag: Analysten erwarten Buchungs-Rückgang

Bei der Bilanzvorlage der Preussag AG, Hannover, werden der Ausblick auf die weitere Entwicklung des Touristikgeschäfts und vor allem die Frage von Kapazitätskürzungen im Mittelpunkt stehen.

vwd HANNOVER. Nicht erst seitdem der Konkurrent Thomas Cook konzernweit Kapazitätskürzungen von zehn Prozent angekündigt hat, steht die Aktie unter Druck. Analyst Raimond Kauffeld von der DZ Bank geht davon aus, dass Preussag am Donnerstag Kürzungen in einer Spanne von fünf bis zehn Prozent für den deutschen Markt bekannt geben wird. "Alles andere wäre eine große Überraschung", so Kauffeld. Grund dafür sei, dass die Spätbuchungen für die Sommersaison nicht den Rückstand der vergangenen Monate aufholen würden.

Auch Christian Obst von der HVB sieht das derzeitige Buchungseingangsminus noch knapp zweistellig und prognostiziert für das Gesamtjahr einen Buchungs-Rückgang von fünf bis sechs Prozent. Daher werde auch der Gewinnbeitrag der Touristik in 2002 geringer ausfallen. Nur von marginaler Bedeutung wird daher die Bilanzvorlage für 2001 sein. Hier hat der Touristik-Konzern mehrfach betont, beim Spartenergebnis (EBTA) über dem Vorjahreswert von 747 Mill. Euro zu landen.

Das ursprüngliche Ziel eines 20-prozentigen Gewinnwachstums hatte Preussag aber bereits Ende November letzten Jahres einkassiert. Die Konsensschätzung der von der Agentur vwd befragten Analysten sieht das Spartenergebnis bei 858 Mill. Euro. Das Nachsteuerergebnis allerdings wird nur bei 379 (403) Mill. Euro erwartet, hier werden sich Goodwill-Abschreibungen bemerkbar machen. Allerdings war in den ersten neun Monaten schon ein Spartengewinn von 832 Mill. Euro angefallen, so dass der Verlust im vierten Quartal, der typisch für den Verlauf des touristischen Jahres ist, ausschlaggebend für den Gesamtjahresgewinn sein wird.

Bereits bekannt ist, dass die Dividende bei unverändert 0,77 Euro je Aktie liegen soll. Interessant werden auch Fragen nach dem weiteren Schuldenabbau, der Abfindung der restlichen Hapag-Lloyd Aktionäre sowie der weiteren Produktpolitik sein. Zudem wird erwartet, dass die Umbenennung in TUI AG bekannt gegeben wird.

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