Touristenströme bleiben noch aus
Nordzypern hat große Ambitionen

In Nordzypern bewegt sich etwas: Der Flughafen im türkischen Teil Zyperns erstrahlt seit Anfang des Monats in neuem Glanz. Nach Umbauarbeiten von zwei Jahren wurde der Ercan-Airport auf internationalen Stand gebracht und erhielt eine neue Piste. Das Flughafengebäude wurde auf das Doppelte vergrößert, so dass jetzt vier Maschinen auf einmal abgefertigt werden können.

HB NIKOSIA/INSTANBUL. Das einzige, was noch fehlt, sind Flugzeuge voller Urlauber aus Europa, die den türkischen Norden der Mittelmeerinsel zu einem neuen Touristenparadies machen und die Wirtschaft des Landes beleben sollen.

Nach Ablehnung der Wiedervereinigung durch die griechischen Zyprer vor gut einem Monat wartet der türkische Teil, der beim Referendum am 24. April "Ja" zur Einheit Zyperns und zur Europäischen Union gesagt hatte, noch immer auf die Einlösung des Versprechens, dass der Norden nicht leer ausgehen und die Isolation beendet werden soll. Doch noch landen auf dem nagelneuen Flughafen, wie schon zuvor auf dem Ausweichplatz Gecitkale, nur Flugzeuge aus der Türkei. Auch die Öffnung der Häfen für Fähren, Kreuzfahrtschiffe oder Frachter, die nicht aus dem Mutterland Türkei kommen, lässt auf sich warten.

"Ein Ende der Isolation bleibt unser Hauptziel", sagt der nordzyprische Ministerpräsident Mehmet Ali Talat, der seine Landsleute in Erwartung einer Lockerung des Embargos durch die EU zugleich zur Geduld mahnt. Um Touristen aus dem Süden Zyperns bereits jetzt in den Norden der Insel zu locken, haben die nordzyprischen Behörden seit dieser Woche die Einreise für Urlauber aus der Europäischen Union erleichtert. Sie müssen an der "Grünen Linie", die den Norden vom Süden trennt, nur noch ihren Personalausweis vorzeigen und nicht mehr ihren Pass stempeln lassen.

Die Regelung zielt vor allem auf Reisegruppen, die nicht mehr auszusteigen brauchen, sondern gleich im Bus kontrolliert werden - nach Listen, die der Reiseveranstalter zuvor einzureichen hat. Zwar hatte die EU bereits Ende April beschlossen, dass sich Touristen aus EU-Staaten nach dem Beitritt Zyperns am 1. Mai auf der gesamten Insel frei bewegen können. Doch ganz so klar ist die Lage vor Ort noch nicht. Eine gesetzliche Regelung steht noch aus. Auf der griechisch-zyprischen Seite wird improvisiert und ein Auge zugedrückt. "Sie schauen nicht hin", berichtete jüngst ein zyprischer Fernsehsender. Bislang ließen die Behörden im Süden keine Touristen aus dem Norden über die Grenze, weil sie eine Ankunft im türkisch-zyprischen Teil als illegale Einreise betrachteten.

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