Touristik-Konzern hofft auf einen „vernünftigen Sommer“
Preussag bestätigt Wegfall von 2 200 Jobs

Der Preussag-Konzern rechnet fest mit einer Erholung des Reisemarktes im Frühjahr. "Der Weg zurück zur Normalität ist berechenbar", sagte Touristik-Vorstand Ralf Corsten gestern in Hannover.

stw/ebe HANNOVER. In der vergangenen Woche hätten die Buchungen für das wichtige Sommergeschäft deutlich über Vorjahresniveau gelegen. Insgesamt hinkten sie allerdings noch immer mehr als 10 % hinterher.

Im Gegensatz zu früheren Jahren ziehe das Wintergeschäft aber noch einmal an und habe die Chance, das bisher 10-prozentige Minus noch aufzuholen. Branchenanalysten indes gehen davon aus, dass Preussag in diesem Jahr um ein rückläufiges Reisegeschäft nicht herumkommen wird: "Ich erwarte, dass das Ergebnis im Touristikbereich per Saldo ein Minus von 10 % bringen wird", sagte Eggert Kuls vom Bankhaus M.M. Warburg.

Vorstandsvorsitzender Michael Frenzel wies den Vorwurf zurück, er habe die Lage in den vergangenen Wochen zu optimistisch dargestellt. "Das war kein Schönreden, sondern Rücksichtnahme auf das Produkt", sagte er. Seriöse Prognosen seien nach den US-Attentaten nicht möglich gewesen.

Frenzel will in diesem Jahr insgesamt 120 Mill. Euro einsparen und 2 200 Stellen streichen, 1 600 davon im Ausland. Die Hälfte dieser Maßnahmen sei bereits umgesetzt (Handelsblatt v. 23.1.). Rund zwei Drittel dieses Programms seien lange geplant und gehörten zum Umbau des Konzerns. Etwa ein Drittel der Sparmaßnahmen sei eine Reaktion auf den Buchungseinbruch nach dem 11. September. Einsparungen im Personalbereich sollen dem größten Touristik-Konzern Europas 80 Mill. Euro bringen, der Rest entfällt auf Sachkosten.

Sollten die Hoffnungen auf ein "vernünftiges" Sommergeschäft trügen, gebe es weitere Reaktionsmöglichkeiten, die Frenzel nicht näher beschrieb. Das Jahr 2001 brachte noch ein Rekordergebnis, dessen Höhe Preussag Ende April nennen will. Die Dividende soll mit 77 Cent unverändert bleiben.

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