Touristikbranche
Kommentar: Hoffnungsschimmer

Die schon im Vorjahr gebeutelten Reiseveranstalter, Hoteliers und Luftfahrtgesellschaften schienen dieses Jahr geradewegs in eine Katastrophe zu steuern. Doch nach dem Ende des Irak-Krieges geht es nun aufwärts.

Wie kaum eine Branche krebst die Touristik seit den Attentaten des 11. September 2001 in der Talsohle. Immer neuer Terror, die Kriegsangst, die Lungenkrankheit SARS und die Konjunktur vermiesen den Deutschen, die sich stolz für die Reiseweltmeister hielten, die Lust auf den Urlaub. Die schon im Vorjahr gebeutelten Reiseveranstalter, Hoteliers und Luftfahrtgesellschaften schienen dieses Jahr geradewegs in eine Katastrophe zu steuern. Doch nach dem Ende des Irak-Krieges geht es nun aufwärts.

Zweistellige Prozentzuwächse bei den Buchungen vermelden die Reisekonzerne - und sind doch weit von Euphorie entfernt. Denn der Spätstart in die Sommersaison, die in Deutschland traditionell das Hauptgeschäft darstellt, beginnt auf äußerst niedrigem Niveau. Hinzu kommt: Der auf "Geiz ist geil" getrimmte Verbraucher spart auch bei der Urlaubsreise. Er bucht für einen kürzeren Zeitraum, nimmt ein preiswerteres Hotel, greift zu bei kurzfristigen Sonderangeboten. Der Preisverfall regt die ganze Branche auf, doch alle drehen weiter an der Schraube.

Bezeichnend ist, dass sich Konzernchefs wie Stefan Pichler, Vorstandsvorsitzender der Lufthansa/ Karstadt-Quelle-Tochter Thomas Cook AG, heute mehr mit den Erfolgen ihrer Kosteneinsparungsprogramme brüsten als mit Markterfolg. Und Tui-Chef Michael Frenzel wird auf seiner heutigen Hauptversammlung in Hannover den Anteilseignern erklären müssen, wie er angesichts der von ihm immer wieder angesprochenen "Aldisierung" des Reisemarktes das Tourismusgeschäft profitabel machen will.

Die Buchungszuwächse sind ein Hoffnungsschimmer - mehr nicht. Schon der nächste Terroranschlag kann alles zerstören.

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