Touristikbranche
Tarifauftakt mit hohen Forderungen

Mit hohen Lohnforderungen ist die Gewerkschaft Verdi in die Tarifverhandlungen für die deutsche Reisebranche und das Boden- und Kabinenpersonal der Lufthansa gegangen.

Reuters FRANKFURT. Für die rund 75 000 Beschäftigten in der Touristikbranche, deren erste Tarifrunde am Montagvormittag in Frankfurt begann, will Verdi 4,8 Prozent mehr Lohn und Gehalt. Für die 52 000 Lufthansa-Beschäftigten will die Gewerkschaft neun Prozent höhere Einkommen sowie eine Gewinnbeteiligung. Sowohl die Arbeitgeber-Vertreter der Reisebranche als auch die Lufthansa wiesen die Forderungen vor den Verhandlungen als unannehmbar zurück.

Die Gewerkschaft begründete ihre Forderungen mit dem im vergangenen Jahr geleisteten Verzicht der Beschäftigten infolge der Krise in der Reise- und Luftfahrtbranche nach den Anschlägen vom 11. September. "Die Touristik-Beschäftigten haben wegen der schwierigen wirtschaftlichen Situation im letzten Jahr massiv zurückgesteckt und damit ihren Beitrag zur Konsolidierung der Branche geleistet. Deswegen ist unsere Forderung angemessen", sagte Verdi-Verhandlungsführer Henry Sieb.

Die Tarifgemeinschaft des Deutschen Reisebüro- und Reiseveranstalterverbandes (DRV) verwies dagegen auf die anhaltend schwierige Lage in der Touristikbranche, die in diesem Jahr mit Umsatzeinbußen von knapp zehn Prozent rechnet. Mit einem Angebot sei in der ersten Runde am Montag noch nicht zu rechnen, sagte der DRV-Tarifexperte Helmut Rau zu Verhandlungsbeginn. "Wir brauchen eine der wirtschaftlichen Lage unserer Branche angemessene Lösung." DRV-Präsident Klaus Laepple hatte vor wenigen Wochen eine Nullrunde gefordert. Der laufende Tarifvertrag endet am 31. Oktober.

Zumindest bei der Lufthansa sieht Verdi eine deutlich verbesserte Situation. Deshalb hätten die Beschäftigten Anspruch auf einen angemessenen Ausgleich, sagte eine Sprecherin der Gewerkschaft. Aus Sicht der Lufthansa wären bei neun Prozent mehr Lohn Arbeitsplätze und die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens gefährdet. Die Lufthansa verweist darauf, dass sie als eine von wenigen großen Fluggesellschaften nach den Anschlägen in den USA keine Mitarbeiter entlassen hatte.

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