Touristikkonzern hält an Prognosen fest
TUI-Aktie stark belastet

Die Aktie des weltgrößten Reiseanbieters TUI hat am Montag deutlich an Wert verloren, was Börsianer auf schlechte Nachrichten eines britischen Konkurrenten sowie auf eine Herunterstufung durch die Investmentbank UBS Warburg zurückführten.

Reuters FRANKFURT.FRANKFURT/LONDON. Die Aktie des weltgrößten Reiseanbieters TUI bleibt auf Talfahrt. Nachdem der britische Konkurrent MyTravel am Montag erneut einen schwachen Geschäftsausblick gegeben hatte, setzte das Papier seinen Abwärtstrend fort.

Zeitweise fielen die TUI-Titel in einem sehr schwachen Börsenumfeld um knapp elf Prozent auf 15,30 ?, den tiefsten Stand seit Ende 1992. Danach stabilisierte sich das Papier bei rund 16,0 ?. Der Deutsche Aktienindex (Dax) gab zugleich deutlich mehr als vier Prozent nach.

TUI hält trotz der schlechten Nachrichten von MyTravel an seiner Jahresprognose für 2002 fest. "Wir haben keinen Grund, unsere vorherigen Äußerungen zu verändern", sagte ein TUI-Sprecher auf Anfrage von Reuters. Das Geschäft habe sich in den vergangenen Monaten gut entwickelt. Erst in der vergangenen Woche hatte TUI erklärt, dass man die Reiseflaute in Deutschland für beendet halte und optimistisch ins kommende Jahr gehe.

Der größte britische Touristikkonzern MyTravel hatte zuvor mitgeteilt, im laufenden Jahr auf Grund einer geänderten Rechnungslegung einen geringeren Gewinn als bisher von den Märkten erwartet auszuweisen. An der Londoner Börse brach der Aktienkurs von MyTravel um 32 % auf 87,16 Pence ein.

Analyst Hans Huff von der Bankgesellschaft Berlin sagte, am deutschen Markt fürchteten Anleger, dass es auch bei der TUI zu einer Senkung der Geschäftsprognosen komme. Die Kursreaktion war seines Erachtens aber überzogen. Ein anderer Analyst sagte, das Reisegeschäft laufe angesichts der Konjunkturschwäche nach wie vor nicht gut. Zusammen mit der schlechten Stimmung am Aktienmarkt drücke dies seit Wochen auf das Papier des hannoverschen Reisekonzerns.

Börsianer erklärten den Kurssturz bei TUI auch mit einer Herunterstufung durch eine Investmentbank. Das Bankhaus UBS Warburg nahm die Bewertung der TUI-Aktie auf "Reduce" von "Hold" zurück. Eine Begründung wurde zunächst jedoch nicht gegeben.

MyTravel (ehemals Airtours) hatte mitgeteilt, dass die geänderte Bilanzierungsmethode das Ergebnis des laufenden Geschäftsjahres mit mehr als 15 Mill. Pfund (23,9 Mill. ?) belasten werde. Im folgenden Jahr werde sich dies allerdings entsprechend positiv auswirken. Das Geschäftsjahr von MyTravel endet am 30. September. Das Touristikunternehmen hatte sich bereits vor vier Monaten skeptisch zur Gewinnsituation geäußert. Am Montag deutete der Konzern zudem eine mögliche Senkung der Dividende an.

Seit den Anschlägen am 11. September vergangenen Jahres auf das World Trade Center mit zwei Passagierflugzeugen hat der Konzern die Reiseflaute deutlich zu spüren bekommen.

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