Touristikkonzern Preussag unter Druck: Dax startet am Abend zum Höhenflug

Touristikkonzern Preussag unter Druck
Dax startet am Abend zum Höhenflug

Unerwartet gute Bilanzdaten von SAP und Siemens stützten den deutschen Aktienmarkt. Beim Elektroriesen Siemens sorgten jedoch Zweifel an der Aussagekraft der Zahlen für Kursturbulenzen.

tmo FRANKFURT/M. Die Badesaison hat zwar noch nicht begonnen, dennoch erhielt der Touristik-Konzern Preussag am Mittwoch eine kalte Dusche: Die Aktie trug die rote Laterne unter den Titeln im Deutschen Aktienindex (Dax). Als Grund nannten Händler einen Bericht des Handelsblatts über Sparpläne (Handelsblatt, 23.1.2002). Danach bereitet der Reiseveranstalter (Marken: Tui, Hapag-Lloyd und Airtours) sich auf einen markanten Einbruch der Nachfrage vor.

Alfred Kaiser vom Maklerhaus Fritz Nols sagte, einige Anleger fürchteten auch eine Kürzung der Dividende. Diese Sorge verflog jedoch am Nachmittag, als Preussag die geplante Zahlung einer unveränderten Dividende bekanntgab. Die Aktie holte darauf einen Teil der Zwischenverluste auf, blieb aber schwächster Dax-Wert.

Der Dax dagegen startete nach wechselhaftem Handelsverlauf am Abend zu einem wahren Höhenflug und schloss am Ende 2,3 % höher bei 5 163 Punkten.

Tagessieger im Dax waren Schering . Marktgerüchten zufolge trieben massive Käufe einer großen Adresse den Kurs aufwärts. "Es wird gemunkelt, Goldman Sachs stecke dahinter", sagte der Händler. Der Berliner Pharmakonzern profitierte außerdem auch von einer Heraufstufung durch die französische Bank BNP Paribas. Weiter stützten die unerwartet guten Bilanzzahlen des US-Pharmariesen Pfizer und eine Empfehlung der Strategen von Morgan Stanley den Kurs, sagte Aktienhändler Kaiser. Die Investmentbank rät Anlegern, von heißen Technologieaktien auf langweilige, aber solide Pharmawerte umzusteigen. Kursgewinne verbuchte gestern auch die SAP -Aktie. Neue Bilanzzahlen und der Ausblick von Europas größtem Softwarekonzern kamen bei Investoren und Analysten gut an. Mehrere Banken erhöhten ihre Prognosen für SAP. Laut Marktgerüchten in Frankfurt trennten sich zudem einige Hedge Funds, die auf fallende SAP - Kurse spekuliert hatten, von ihren Positionen.

Verwirrung gab es um die neuen Siemens -Zahlen: Sie wurden zunächst positiv aufgenommen, der Kurs stieg kräftig. Dann tauchte jedoch das - später dementierte - Gerücht auf, die Investmentbank Merrill Lynch habe die Aktie herabgestuft. Merrill äußerte sich in einer Studie zwar skeptisch zu den Zahlen, senkte aber nicht das Anlageurteil. Die Aktie rutschte ins Minus, erholte sich aber wieder und schloss 2,4 % höher.

Der MDax der mittelgroßen Aktien kletterte nur um 0,2 % und blieb weit hinter dem Dax zurück.

Unter den Regionalbörsen notierte Bremen etwas fester und München kaum verändert. Stuttgart, Hannover und Berlin zeigten sich dagegen nur knapp behauptet, Düsseldorf schwächer.

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