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Toyota setzt auf «Made in Germany»DPA-Datum: 2004-07-08 13:22:30

Hamburg (dpa) - Nach der Verpflichtung von Ralf Schumacher soll für Toyota 2005 auch in der Formel 1 gelten: Nichts ist unmöglich. Seit dem Debüt 2002 in Australien versucht der in Köln beheimatete Rennstall in der Königsklasse des Motorsports dem eigenen Slogan gerecht zu werden.

Hamburg (dpa) - Nach der Verpflichtung von Ralf Schumacher soll für Toyota 2005 auch in der Formel 1 gelten: Nichts ist unmöglich. Seit dem Debüt 2002 in Australien versucht der in Köln beheimatete Rennstall in der Königsklasse des Motorsports dem eigenen Slogan gerecht zu werden.

Bisher mit eher mäßigem Erfolg. «Mir ist klar, dass das Projekt Toyota seine Zeit brauchen wird, aber ich werde geduldig und höchst motiviert daran arbeiten, das Team Schritt für Schritt an die Spitze zu bringen», sagt der für drei Jahre als Entwicklungshelfer verpflichtete Ralf Schumacher.

Trotz seiner Wirbel-Verletzung nach dem schweren Unfall von Indianapolis war der Kerpener von den Japanern als erster Pilot für 2005 bestätigt worden. «Es gibt definitiv keine Klausel im Vertrag, nach der Toyota mich rausschmeißen kann», sagte Ralf Schumacher der «Bild-Zeitung». Die Ärzte rechnen mit einem Comeback des angeschlagenen Rennfahrers in acht bis zwölf Wochen - und der Noch-Williams-BMW-Pilot selbst will kein Risiko eingehen.

2007 will der Bruder von Weltmeister Michael Schumacher dann die Ernte einfahren. Toyota, mit 350 Millionen Euro Jahres-Etat Branchen-Krösus, will dann den WM-Titel holen. Im ersten Formel-1-Jahr belegte das Team in der Konstrukteurs-Wertung mit 2 Punkten nur Rang zehn. In der vorigen Saison sammelten die Japaner schon 16 Zähler und verbesserten sich auf Rang acht. Derzeit sind sie Siebte (8 Punkte).

Toyota hat über 600 Angestellte aus 32 Ländern, über 50 Prozent davon aus Deutschland. Auch die Zulieferer-Industrie profitiert vom Formel-1-Engagement des japanischen Konzerns: 53 Prozent werden in Deutschland hergestellt. Und Toyota rüstet weiter auf: Der aktuelle TF104 hat beim Großen Preis von Großbritannien sein letztes Rennen. Schon in Hockenheim wird ein überarbeiteter Toyota eingesetzt. «Wir arbeiten mit Vollgas daran, für unser verbessertes Auto Teile zu produzieren», sagt der Technische Direktor Mike Gascoyne. Den Aerodynamik-Spezialisten hat Toyota von Renault geholt.

Nicht McLaren-Mercedes oder Williams-BMW, sondern der «Kölner Rennstall» setzt als einziges Team auf einen Wagen ausschließlich «Made in Germany». «Toyotas Aktivitäten sind einzigartig, da wir den Formel-1-Wagen nur mit eigenem Knowhow unter einem Dach bauen», sagt John Howett, Präsident der «Toyota Motorsport GmbH». Mit Schumi II am Steuer geht im kommenden Jahr somit ein rein deutsches Gespann an den Start. 50 Millionen Euro in drei Jahren kassiert der Kerpener für seine Hilfsdienste, vielleicht auch, weil er in Japan kein unbeschriebenes Blatt ist: 1996 lebte er als 21-Jähriger ein knappes Jahr in Japan und holte den Titel in Asiens Formel Nippon.

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