Toyota und Honda steuern auf weiteres Rekordjahr zu
Japans Autobauer hetzen die Konkurrenz

Japans Autobauer legen weltweit zu. An der Spitze fährt Branchenführer Toyota. Mit neuen Modellen, lokaler Produktion und Einsparungen setzen die Japaner vor allem auf Wachstum im Ausland.

bas/hof TOKIO/FRANKFURT. Japans Autobauer heizen der internationalen Konkurrenz mit einer anhaltenden Globalisierung und einer Flut neuer Modelle gehörig ein. Da auf dem Heimatmarkt kaum noch Wachstum zu erzielen ist, expandieren sie munter in Übersee und arbeiten an ihrem Markenimage. Die Gewinne kommen vor allem aus den USA, aber auch das Geschäft in Europa und im asiatischen Ausland soll kräftig ausgebaut werden. Immer wichtiger wird dabei die Produktion vor Ort, um Kosten zu senken und von Währungsschwankungen unabhängiger zu werden.

Toyota, mittlerweile drittgrößter Autobauer der Welt, präsentierte gestern für das dritte Quartal nicht nur neue Rekordzahlen, sondern kündigte auch den Bau seines sechsten Werks in den USA an. Rund 800 Mill. $ sollen in das Montagewerk in Texas fließen. Mit einer Jahreskapazität von 150 000 Fahrzeugen soll dort vom Jahr 2006 an vor allem der Pickup Tundra montiert werden. Auch in Mexiko wird gerade ein neues Produktionswerk gebaut.

Und für China gibt Toyota-Chef Fujio Cho die Devise aus: "Wir wollen die Autos, die wir in China verkaufen, auch in China produzieren." Auch andere Autobauer verstärken ihre Produktion in Übersee. Daimler-Chrysler-Partner Mitsubishi Motors (MMC) etwa will in diesem Monat entscheiden, ob ein neues Werk in den Vereinigten Staaten gebaut wird oder man auf andere Weise die Kapazitäten dort ausweitet.

Toyota verkauft mittlerweile fast zwei Drittel seiner Autos im Ausland, davon mehr als die Hälfte in den USA. Das Wachstum im Ausland macht den schwachen Heimatmarkt mehr als wett. Dank neuer und erfolgreich überarbeiteter Modelle wie dem Minivan Alphard oder dem Corolla konnte der Autobauer seine Absatzprognose für das am 31. März endende Geschäftsjahr leicht auf 6,22 Millionen Fahrzeuge anheben. In den ersten neun Monaten stieg der Umsatz um 14,6 % auf 12,07 Bill. Yen (rund 98 Mrd Euro). Das operative Ergebnis legte 36 % auf 1,11 Bill. Yen zu. Das Nettoergebnis verdoppelte sich durch Sondereffekte bei den Pensionsbeitragszahlungen fast auf 769,8 Mrd. Yen. Damit ließ die Dynamik zum Vorjahr im dritten Quartal leicht nach, der Weg zu einem neuen Rekordgeschäftsjahr scheint aber bereitet.

Auch andere japanische Hersteller setzen auf neue Modelle. Nissan, die Nummer drei in Japan, bringt in den kommenden beiden Jahren 16 neue oder überarbeitete Modelle auf den Markt. Mazda will mit dem Mazda 6 und dem wankelmotorgetriebenen Sportwagen RX8 in den USA in diesem Jahr um 15 % wachsen. MMC setzt große Hoffnung auf den Colt, der die Plattform mit dem Smart-Viersitzer teilt.

Honda, Japans Nummer zwei, tritt in diesem Jahr unter anderem mit einem neuen Accord, einem neuen Hybrid-Civic und dem ersten selbstentwickelten Dieselmotor an. Das Unternehmen verliert derzeit zu Hause zwar Marktanteile, steuert aber wie Toyota auf ein neues Rekordjahr zu, wie Europa-Präsident Minoru Harada am Mittwoch bestätigte. In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres (31. März) ist der Vorsteuergewinn um 10,7 % auf 3,5 Mrd. Euro gestiegen. Zu dem Erfolg trägt auch die Verbesserung des Geschäfts in Europa bei, wo Honda nach operativen Verlusten in den beiden vergangenen Jahren von insgesamt 750 Mill. Euro im laufenden Jahr voraussichtlich einen leichten Gewinn erzielt. Über Imagepflege will Harada die Honda-Position weiter festigen, mit schnellen Marktanteilsgewinnen rechnet er aber in Europa nicht.

Trotz der weltweiten Expansion wird die wahre Wachstumsbasis für die japanischen Autobauer in den kommenden Jahren Amerika bleiben, ist Analyst Shigeharu Kimishima von Mitsubishi Securities überzeugt. "Die europäischen Hersteller sind einfach zu stark. Da ist es leichter, den großen Drei in den USA Anteile abzunehmen." Auch Toyota-Chef Cho meint, angesichts der Unterschiede in Europa brauche ein Hersteller einfach Zeit, um den Markt zu durchdringen. Dabei macht auch Toyota in Europa in diesem Jahr wieder operative Gewinne. Nicht zufrieden ist der Toyota-Chef mit dem Absatz der Nobelmarke Lexus. Es sei noch nicht gelungen, das Markenimage von Mercedes-Benz oder BMW zu erreichen.

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