Trabant auch von zwei Cuts nicht zu stoppen
Pfiffe gegen Halmich

Zwei blutige Augen und Ärger wegen eines vermeintlichen Fehlurteils: Europameister Michel Trabant und Weltmeisterin Regina Halmich haben ihre Titelverteidigungen beim Profiboxabend in Berlin teuer erkauft.

dpa/HB BERLIN. Lokalmatador Trabant begeisterte jedoch bei seinem technischen K.o. in der fünften Runde über den Ungarn Jozsef Matolcsi, den er trotz seiner Cuts mit einem schweren Leberhaken stoppte. Dagegen pfiffen und buhten einige der 2000 Zuschauer am Samstagabend nach Regina Halmichs Sieg in einem gutklassigen Kampf gegen die Amerikanerin Yvonne Caples.

Die Karlsruherin behielt nach dem Zehn-Runden-Duell zurecht ihren WIBF-Gürtel im Minifliegengewicht, doch zumindest einer der drei Punktrichter hatte bei ihrer 26. Titelverteidigung nur ein Unentschieden gesehen. Die anderen Juroren werteten jeweils 96:94, wegen eines angeblichen Übermittlungsfehlers wurde im Estrel Convention Center zunächst sogar ein zu hohes 97:93-Urteil verkündet - und die Verliererin daraufhin gefeiert.

Regina Halmich beklagte die vermeintliche Ungerechtigkeit der Berliner. "Ich möchte die Besten boxen, wenn ich dann nur mit ein, zwei Runden gewinne und ausgebuht werde, finde ich das schade", sagte die Karlsruherin. Die 25-Jährige räumte ein, dass sie anfangs zu drucklos agierte und musste bei ihrem 40. Sieg im 41. Profikampf reichlich Treffer der fünf Jahre älteren Weltranglisten-Zweiten schlucken. "Bei der Entscheidung ging es um das Geld, das in Regina Halmich investiert wurde", meinte Yvonne Caples enttäuscht.

Universum-Promoter Klaus-Peter Kohl kündigte daraufhin an: "Solche Sachen schafft man am besten mit einem Rückkampf aus der Welt." Auch Trabant entschädigte zumindest teilweise für den ausgefallenen zweiten EM-Kampf von Thomas Ulrich und ein mäßiges Rahmenprogramm. Bei seiner ersten Titelverteidigung blutete der 24- Jährige schon in ersten Runde über dem linken Auge, nach einem ungeahndeten Kopfstoß von Jozsef Matolci im dritten Durchgang auch aus der rechten Augenbraue. "Das war erstmal ein Schock, ich wusste gar nicht, was los ist", sagte Trabant, der schon bei seinem Titelkampf im April frühzeitig einen Cut erlitten hatte.

Der Berliner rettete sich nach Mitternacht mit einem knallharten linken Leberhaken, behielt dank weiterer Körpertreffer auch im 37. Profikampf seine makellose Bilanz und feierte seinen 18. vorzeitigen Erfolg. Lohn der Mühen: Ende dieses oder Anfang kommendes Jahres könnte ein WM-Kampf folgen.

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