Traders Corner: Erklärungsversuche für den Herdentrieb

Traders Corner
Erklärungsversuche für den Herdentrieb

„Die Nachrichtenlage hat sich gegenüber Mittwoch völlig gedreht“, wird ein Analyst heute in einer Agenturmeldung zitiert. In einem anderen Bericht ist zu lesen, die plötzlichen Schocks für die japanische Börse hätten ja nichts an der wirtschaftlichen Basis geändert – deshalb kehrten die Anleger wieder zurück und kauften Aktien.

Erklärungsversuche für den Herdentrieb, der die Börsen immer wieder bewegt. Denn ob sich das Umfeld des Aktienmarkts verschlechtert oder verbessert hat, ist nicht unbedingt eine objektiv messbare Tatsache, sondern oft Ausdruck einer kurzfristigen, gefühlten Stimmungslage.

Mit anderen Worten: Nicht nur die Nachrichten bestimmen die Stimmungslage an den Börsen, sondern auch umgekehrt, mit einer Stimmungsbesserung werden auch die Nachrichten anders eingeschätzt – konkret: Man sieht die Dinge durch die rosarote Brille.

Die jüngste Entwicklung war absehbar und bestätigt die Optimisten. Tokio und Frankfurt entwickeln sich nicht automatisch parallel; zwar ist die Korrelation der Indizes seit etwa drei Jahren auffällig, doch gingen Nikkei und Dax oft auch eigene Wege, wie die langfristigen Kursverläufe zeigen. Diesmal konnten aber beide Märkte eine Verschnaufpause gebrauchen; dafür kamen die japanischen Skandalwellen sozusagen zur rechten Zeit.

Eine Trendwende haben sie jedenfalls nicht ausgelöst. Die Börsen wollen noch weiter nach oben. Und Sie wissen ja: „The trend is your friend.“ Denken Sie aber daran: Damit ein möglicher Irrtum in der Trendbeurteilung nicht zu teuer wird – bei jedem Aktienkauf sofort eine individuelle Verkaufsmarke festlegen, um die Verluste bei anhaltender Talfahrt zu begrenzen!

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