Traders Corner
Fed gibt Hoffnung

Wie schätzen die Anleger die Aussichten für die US-Wirtschaft und den geldpolitischen Kurs der Federal Reserve ein? In dieser Woche könnten ihre Überzeugungen einem Test unterzogen werden. Zwei Faktoren haben die jüngsten Bewegungen an den Märkten bestimmt.

Zunächst einmal deuten die Konjunkturdaten auf ein nachlassendes Wachstum der Verbrauchernachfrage hin, während der Immobiliensektor scheinbar schon vor einigen Monaten seinen Höhepunkt erreicht hat. Zum zweiten gehen die Notenbanker offensichtlich von abflauenden Inflationsrisiken aus. Bemerkenswerterweise deutet die Fed im Protokoll ihrer jüngsten Sitzung eine Kursänderung an.

Die Investoren hatten sich aus verschiedenen Gründen verunsichert darüber gezeigt, wie dauerhaft die derzeitige, von geringer Teuerung geprägte Expansion ist. Und gewiss ist es schwierig, den Einfluss des jüngsten kräftigen Anstiegs der Energiepreise auf die Nachfrage verlässlich abzuwägen.

Darüber hinaus war die Fed in letzter Zeit wenig hilfreich, wenn es darum ging, den Anlegern Orientierung zu geben. Offen blieb, was die Basis für die Entscheidung der Fed ist, eine Zinspause einzulegen. Schließlich wollen sie nicht – wie in vorangegangenen Phasen restriktiver Geldpolitik – die Kerninflation nach unten drücken, sondern stabilisieren.

Dass die Anleger positiv auf die jüngsten Entwicklungen reagiert haben, zeigten die Aktienkurse. Tatsächlich sind die Chancen auf einen anhaltenden Aufschwung mit geringer Teuerung durch das Zusammenspiel frischer Konjunkturdaten mit den neuen Informationen über die Ansichten der Notenbank gestiegen.

Zuvor waren die Bedenken der Anleger um die Risiken einer unglücklichen Kombination von sich beschleunigender Kerninflation mit fortgesetzten Zinserhöhungen der Fed gekreist, welche zu einer Wachstumsdelle hätte führen können. Und diese Ängste waren durch die Äußerungen einiger Notenbanker, die sich vehement gegen die Teuerung ausgesprochen hatten, noch zusätzlich angeheizt worden.

Das jüngste Protokoll der Sitzung zeigt dagegen, dass die Fed bald eine Pause bei den Zinserhöhungen einkalkuliert – je nachdem, wie die Konjunkturdaten ausfallen. In dieser Woche werden die Arbeitsmarktdaten für November veröffentlicht. Sie werden einen wichtigen Indikator für die Stärke der Wirtschaft liefern. Schauen Sie genau hin!

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