Traders Corner
Finger weg von Japan

In den USA und in Europa sind die Aussichten für Aktien trotz der jüngsten Kursgewinne gut. Wir erwarten an beiden Märkten in den kommenden sechs Monaten einen Ertrag von fünf bis acht Prozent. Anders ist die Lage in Japan: Hier deutet unser Modell für den gleichen Zeitraum eher auf stagnierende Erträge hin, weshalb wir japanische Aktien untergewichten.

Zwar sind die Bewertungen attraktiv, aber die Stimmung der Investoren für Japan ist kontraproduktiv; die Frühindikatoren für Wachstum stagnieren, gleiches gilt für die Inflationsindikatoren.

Allerdings sehen wir durchaus positive Strukturveränderungen in Japan: Die Produktionskapazitäten sind mittlerweile auf vernünftigere Niveaus gesunken, die Gesamtkapitalrendite ist so hoch wie seit den späten 80er-Jahren nicht mehr, die Verschuldung (in Prozent des BIP) und der Schuldenservice sind zurückgegangen, und auch das Volumen von notleidenden Krediten sinkt.

Noch überwiegen aber die Risiken: Japan könnte in die Deflation zurückfallen, der Kreditmultiplikator fällt weiter und die angekündigten Neuwahlen bringen Unsicherheit in den Markt. Darüber hinaus stehen deutliche Steuererhöhungen an, die japanischen Schulden im Verhältnis zum BIP gehören zu den höchsten der Industrienationen, und die verpflichtende Anwendung der Rechnungslegung nach Werthaltigkeitsaspekten könnte zu außergewöhnlich hohen Verlusten führen.

Tobias Levkovich ist Chefstratege für US-Aktien, Citigroup.

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