Traders Corner
Geschäftsklima: Pessimismus ade!

Schon wieder versuchen Pessimisten, die Oberhand zu gewinnen. Den Anstieg des Ifo-Geschäftsklimaindexes möchten sie als Fata Morgana betrachten. Viel besser in die hiesige Grundstimmung passt der vierte Rückgang in Folge des GfK-Konsumklimaindexes.

Doch dieser Pessimismus ist nicht mehr angebracht. Erstens bestimmt das Geschäftsklima in der Regel mit Verzögerung das Konsumklima, weil expandierendes Geschäft früher oder später zu mehr Beschäftigung führt. Und die Talsohle am deutschen Arbeitsmarkt scheint erreicht: Die Arbeitslosenquote, bereinigt um Hartz-IV-Effekte, steigt seit sechs Monaten nicht mehr. Die Zahl der nicht staatlich geförderten, sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten hält sich seit vergangenem Winter stabil, während in den letzten zwei Jahren fast eine Million reguläre Stellen gestrichen wurden. Ohne die Arbeitsmarktreformen wäre die Gesamtbeschäftigung in Deutschland heute niedriger.

Zweitens steigt der Ifo-Index nicht nur, weil der Euro abwertet, oder weil die Politik Lohnnebenkosten und Körperschaftssteuer zu senken verspricht. Der Ifo-Index steigt auch, weil die Finanzlage deutscher Unternehmen exzellent geworden ist. Ihre Gewinnquote hat auf 17 Prozent ihrer Bruttowertschöpfung zugenommen. Zum letzten Mal wurde dieses Niveau 1998 erreicht. So gut haben selbst US-Unternehmen ihre Bilanzen nicht saniert. Deutschland ist im Begriff, eine gute Platzierung im Rennen um Wettbewerbsfähigkeit zu erringen.

Sylvain Broyer, Volkswirt Euro-Zone, Research IXIS CIB

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