Traders Corner
Greenspans letzte Vorlage

Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) wird dem Kongress am 20. Juli den Halbjahresbericht über die amerikanische Geldpolitik vorlegen. Es ist der letzte Bericht unter der legendären Ägide des Notenbankpräsidenten Alan Greenspan. Finanzmarktteilnehmer erwarten bei dieser Gelegenheit die Klärung verschiedener Schwerpunktthemen wie den neuesten Stand der zentralen Prognose des Offenmarktausschusses über die Entwicklung der US-Wirtschaft bis Ende 2006. Zudem dürfte Greenspan während der Anhörung "heiße Eisen" wie die künftige Fed-Politik, die Fortdauer der niedrigen Langfristzinsen, den US-Immobilienmarkt, die Energiepreise, die Währungspolitik Chinas und die Rolle von Hedge-Fonds anpacken. Ein mit brennendem Interesse verfolgtes Thema wird aber nicht zur Sprache kommen: die Identität des nächsten Fed-Chairmans.

Ein wichtiger Ausgangspunkt wird die Prognose der für die Fed-Politik Zuständigen über die US-Wirtschaft sein. Im vergangenen Februar hätten nur wenige Analysten der Vorhersage der Notenbank für 2005/06 über ein anhaltendes, dem Trend entsprechendes Wachstum mit einer stetigen Kerninflation unter zwei Prozent zugestimmt. Heute scheinen die Kurse an den Finanzmärkten weitgehend mit dieser Einschätzung konform zu gehen, die jüngsten Konjunkturdaten waren überdies ermutigend.

Zudem erhoffen sich die Anleger ein paar Anhaltspunkte von der Fed, ob die derzeitige Serie von Zinserhöhungen - zumindest zeitweise - gebremst oder gestoppt werden sollte. Momentan lassen sich die Kurse an den Märkten mit etwa drei weiteren Zinsanhebungen um 25 Basispunkte in diesem Jahr vereinbaren.

Natürlich erwartet man sich von Fed-Chef Greenspan eine Einschätzung der Risiken für die bemerkenswerte Widerstandskraft und Stabilität der amerikanischen und der globalen Wirtschaft. Auch wenn Greenspan die Existenz solcher Risiken nicht leugnen wird, könnte er doch mit Recht anmerken, dass die Aussichten heute sehr viel positiver erscheinen, als von den Volkswirten noch vor nur sechs Monaten im Mittel der Prognosen angenommen worden war - und wie nahe diese bei der Vorhersage der amerikanischen Notenbank vom Februar liegen.

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