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Die Finanzmarktteilnehmer werden in dieser Woche die neuen US-Konjunkturdaten ganz genau unter die Lupe nehmen. Die Zahlen der Vorwoche legen nahe, dass das Produktionswachstum in den vergangenen zwei Jahren etwas schwächer als zuvor berichtet ausgefallen ist – und die Inflation höher.

Die Finanzmarktteilnehmer werden in dieser Woche die neuen US-Konjunkturdaten ganz genau unter die Lupe nehmen. Veröffentlicht werden die Ergebnisse der Umfragen unter den US-Einkaufsmanagern und der Arbeitsmarktbericht jeweils für Juli, die Revision der Auftragseingänge, die Privateinkommen und die Verbraucherausgaben. Die Zahlen der Vorwoche legen nahe, dass das Produktionswachstum in den vergangenen zwei Jahren etwas schwächer als zuvor berichtet ausgefallen ist – und die Inflation höher. Dennoch kann man aus diesen Daten den Eindruck gewinnen, dass sich das Wachstum beschleunigt und die Teuerung sich verlangsamt. Dies ist das genaue Gegenteil der zuvor weit verbreiteten Besorgnis vieler Volkswirte, die Ausgaben der amerikanischen Verbraucher würden nachlassen, und der Inflationsdruck würde steigen.

Die überarbeiteten Daten können als Warnhinweis gelesen werden, sich nicht zu sehr auf eine einzige Zahl – oder selbst auf Zahlenreihen – zu verlassen, die umfangreichen Revisionen unterzogen werden und vor allem Schätzungen enthalten. Mit anderen Worten: Offizielle Statistiken sind nützlich und wichtig, aber nicht unfehlbar. Wie es US-Notenbankchef Alan Greenspan jüngst ausgedrückt hat, liefern die Entwicklungen an den Finanzmärkten infolge der umfassenden strukturellen Veränderungen in der globalen und in der US-Wirtschaft manchmal vielleicht bessere und zeitgerechtere Hinweise auf wirtschaftliche Trends als die unweigerlich vorläufigen Wirtschaftsdaten. Manchmal, aber natürlich nicht immer – so einfach ist es nun auch wieder nicht.

Zurzeit deuten die Anzeichen für eine solide Stärke der Nachfrage sowohl der Unternehmen als auch der privaten Haushalte auf eine anhaltende Expansion hin. Auch die Lohnkosten entwickeln sich moderat. Darauf lassen der moderate Anstieg bei der Vergütung – wie im Employment Cost Index für das zweite Quartal mit einem Plus um 3,2 Prozent auf Jahresbasis abgebildet – und das zu erwartende, dem Trend entsprechende Wachstum um etwa 180 000 Stellen für Juli schließen. In diesem Fall besteht wenig Grund zu der Annahme, dass entweder die Konjunkturdaten oder die Finanzmärkte bedeutend von den jüngsten Trends abweichen werden.

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