Traders Corner
Übertriebene Inflationssorgen

Die jüngsten Inflationsdaten insbesondere aus den USA haben die Anleger verunsichert. Die Investoren stellen sich die Frage, inwieweit die hohen Inflationsraten lediglich ein temporäres Phänomen sind.

Angesichts des robusten US-Aufschwungs und der damit verbundenen höheren Beschäftigung ist es kaum verwunderlich, dass die Verbraucherpreise und die Kerninflationsrate ansteigen. Zugegebenermaßen weist aber die Kernrate eine noch sehr moderate Dynamik von 2,5 Prozent auf – Tendenz steigend. Gleichzeitig steigen die Lohnstückkosten aktuell mit mehr als vier Prozent im Jahresvergleich. Die Unternehmen werden versuchen, die höheren Lohnkosten an den Endverbraucher durchzureichen. Die US-Notenbank tut daher gut daran, die Zinsen anzuheben. Wir gehen davon aus, dass sich die Investoren bis zum Jahresende und vielleicht auch in das neue Jahr hinein auf weitere „maßvolle“ Zinssteigerungen einstellen müssen.

Ganz anders stellt sich dagegen die Lage in Europa dar. Zwar liegt auch hier die Inflationsrate deutlich oberhalb der von der EZB definierten zwei Prozent. Allerdings weist die EZB darauf hin, dass dies besonders auf die Importpreise (sprich Energiepreise) und administrierte Preisanhebungen zurückzuführen sei. Die Kerninflationsrate dagegen liegt mit 1,3 Prozent deutlich niedriger. Angesichts der nach wie vor sehr verhaltenen Beschäftigungsperspektiven erscheint uns ein wirklicher Inflationsdruck schwer vorstellbar. Die Mahnungen der EZB erscheinen zwar legitim. Daraus aber die Notwendigkeit abzuleiten, die Zinsen für kurzfristige Ausleihungen anzuheben, geht zu weit.

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