Traders Corner
Von Schröder zu Schroeder

Schröder geht. Er arbeite wieder als Rechtsanwalt, sagt er. Sollen wir uns vorstellen, wie er in einer Gerichtsshow auftritt oder Angeklagten den Knast erspart? Lieber nicht. Unser Vorschlag: Schröder sollte Banker werden.

Es wurde ja schon gemunkelt, dass bei der Citibank in New York ein Job auf ihn wartet. Schröder hätte beste Voraussetzungen: Er trägt gute Anzüge, raucht feine Zigarren, beantwortet Fragen in flüssigem Deutsch und wird wohl nicht von übermäßigen geschäftlichen Skrupeln geplagt. Er kann sich gut benehmen, wenn er nicht gerade eine Wahl verloren hat, und ist international hervorragend vernetzt. Vor allem dürften wir ihm zutrauen, dass er auch ein Geschäft, das völlig in die Hose gegangen ist, seinen Investoren noch als Erfolg verkauft.

Am besten gründet er eine Privatbank, eine kleine Investment-Boutique. Schroeder & Co – das klingt doch nach was; vielleicht vermieten die Welfen ihm ein paar Räume in ihrem Schloss. Es gäbe genug zu tun. Bisher hat noch jede Regierung die Ordnungspolitik entdeckt, wenn sie knapp bei Kasse war, und dann stehen erneut Privatisierungen an.

Das sind die Schlagzeilen der Zukunft: Schroeder bringt die deutschen Autobahnen an die Börse, verscherbelt die Deutsche Bahn nach China, privatisiert die eine oder andere Landesbank. Und wenn seine Nachfolgerin gar kein Geld mehr hat, verkauft er im Sale-and-lease-back-Verfahren das Bundeskanzleramt an einen angelsächsischen Finanzinvestor.

Bleibt die Frage: Wen nimmt er mit ins Boot? Josef Ackermann? Vielleicht hat der ja Zeit. Seine Kompetenz würde der Bank gut tun, die Außendarstellung kann er Schröder überlassen. Die beiden würden sich ergänzen, nur mit den Gehaltsverhandlungen könnte es schwierig werden. Als stiller Teilhaber kommt Wladimir Putin in Frage, Schröders alter Freund. Er braucht noch häufig den Rat einer Investmentbank, denn er wird nicht ruhen, bis er alle Unternehmen Russlands unter eigener Regie fusioniert hat.

Für Hans Eichel gäbe es sicher auch einen Job. Vielleicht hecken die beiden aus, wie sie den UMTS-Coup wiederholen können – diesmal mit Provision in die eigene Tasche: für 100 Milliarden etwas versteigern, das niemand braucht, und sich dafür als innovativ feiern lassen.

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