Traders Corner
Warum Prognosen so schnell schlecht werden

Wann nimmt der Dax die 5.000? Klettern die Ölpreise sogar noch über 80 Dollar? Schafft es Angela Merkel trotz Edmund Stoiber? Bevor Fakten die Antworten geben, erwarten wir Meinungen und Prognosen. Und zwar immer mehr und immer öfter, weil sich die Dinge immer rascher verändern. Es lohnt sich deshalb, ab und an das früher Vorhergesagte mit der Realität zu vergleichen. Schließlich macht das die Börse ja auch so, wenn sie Fakten mit der zuvor „eingepreisten“ Erwar-tungshaltung abgleicht. Bei den Prognosen war und ist die Bilanz meist frustrierend, denn die Experten sind kaum mehr in der Lage, Marktwicklungen nur für 1 Jahr im voraus auch nur einigermaßen präzise zu beschrei-ben. Früher wurden Volkswirte und Analysten deshalb mit Kritik übergossen. Inzwischen wird aber auch Kritikern klar, dass für Fehlprognosen nicht die Propheten selbst, sondern die im Zuge der Globa-lisierung immer unberechenbarer werdenden Märkte und ihr Umfeld verantwortlich gemacht werden müssen. Zur Erinnerung: Niemand erwartete an der Jahreswende 2004/2005 eine Rückkehr in die Ära des billigen Rohöls. Vielmehr beschäftigten sich Fachleute mit den Gründen und Folgen von Marktverläufen zwischen 30 und 40 $ je Fass. Heute kostet das schwarze Gold aber weit mehr als 60 $. Finanzanalysten, die schon ein Jahr zuvor mit ihrer Zinsprognose weit daneben gelegen hatten, befürchteten vor neun Monaten einen Zinssprung am deutschen Kapitalmarkt. Das Gegenteil ist eingetreten. Vorsichtig optimistisch war man für den Aktienmarkt gestimmt – aus heutiger Sicht zu vorsichtig. Bleibt zu hoffen, dass dies auch noch am Jahresende gilt, denn wir können weiter steigende Aktienkurse genau so gut gebrauchen wie anhaltend niedrige Zinsen.

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