Traditioneller Brauch
Stichwort: Großer Zapfenstreich

Der Große Zapfenstreich ist ein alter militärischer Brauch. Die Ursprünge dieser feierlichen Form der deutschen Militärmusik gehen bis in das 16. Jahrhundert zurück.

dpa BERLIN. Die Zeremonie wurde bei besonderen Anlässen in der kaiserlichen Armee, der Reichswehr und der Deutschen Wehrmacht gepflegt. Auch die Bundeswehr führt den "Zapfenstreich" zu bedeutenden Anlässen auf: Alle ausscheidenden Verteidigungsminister und hohe Offiziere werden damit - üblicherweise - zum Abschied geehrt. Einen Anspruch darauf gibt es aber nicht. Das letzte Wort liegt laut Ministerium beim amtierenden Verteidigungsminister.

Der Ursprung: Wenn die Landsknechte zur festgesetzten Abendstunde in das Lager zurückkehren sollten, ging ein Offizier, begleitet von einem Pfeifer und einem Trommler, durch die Gaststuben und schlug mit seinem Stock auf den Zapfen des Fasses. Danach durfte der Wirt keine Getränke mehr ausgeben. Die Soldaten mussten in die Zelte. Diesen musikalischen Befehl nannten die Landsknechte «Zapfenstreich». Wer sich ihm widersetzte, wurde hart bestraft.

Während der Freiheitskriege nahm der Brauch zunächst in Preußen zeremonielle Bedeutung an. König Friedrich Wilhelm III. befahl 1813 für die preußischen Truppen die Einführung eines Gebets nach dem "Zapfenstreich". Der Befehl dazu lautet "Helm ab zum Gebet". Die heute noch gebräuchliche Form mit Aufmarsch und Musik wurde von Wilhelm Wieprecht, dem Direktor aller Musikkorps des Preußischen Gardekorps, zusammengestellt. Die Zeremonie wurde unter seiner Leitung am 12. Mai 1838 in Berlin zum ersten Mal aufgeführt.

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