Traditioneller Handel profitiere vom erwarteten Plus im Netz
Studie: Online-Umsatz steigt Weihnachten kräftig

Ein gutes Weihnachtsgeschäft können nach einer Studie der Unternehmensberatung Andersen Consulting in diesem Jahr auch Online-Shops im Internet erwarten.

Reuters DÜSSELDORF. "Die Deutschen stehen dem Internet zwar noch etwas reserviert gegenüber, aber ich erwarte nach den geringen Umsätzen 1999 jetzt einen Online-Weihnachtsumsatz von gut 300 Millionen Mark", schätzte Andersen-Consulting-Geschäftsführer Thomas Claussen. Immer mehr Bundesbürger seien inzwischen mit dem Internet vertraut und schätzten die Vorteile des virtuellen Einkaufsbummels. Auch der traditionelle Handel werde am erwarteten Umsatzplus im Netz teilhaben.

Im vergangenen Jahr kam einer Andersen-Studie zufolge fast jedes vierte im Internet bestellte Geschenk nicht pünktlich zu Weihnachten beim Kunden an. Die virtuellen Shops hätten sich auf dieses Weihnachtsgeschäft jedoch gründlich vorbereitet, sagte Claussen. Wer in diesem Jahr die Kunden nicht zufrieden stelle, "der könnte 2001 nicht mehr dabei sein". Die Umsatzprognosen seien zwar "sehr spekulativ", relativierten die Unternehmensberater ihre Aussagen. Es sei aber sicher, dass Online-Händler in diesem Jahr mehr in der Weihnachtszeit verkaufen könnten. In den USA werde eine Verdopplung der Umsätze auf gut zehn Milliarden Dollar erwartet.

"Weltweit wird im elektronischen Weihnachtsgeschäft ein Umsatz von rund 19 Mrd. Dollar erzielt werden", sagte Claussen. Für Großbritannien gebe es seriöse Prognosen, die von einem Weihnachtsumsatz im Internet von rund 800 Mill. DM ausgehen. Da die Deutschen beim Shoppen im Internet noch etwas zögerlicher seien, werde hier zu Lande nur die Umsatz-Grenze von 300 Mill. Mark überschritten.

Weder Drängelei noch Ladenschluss

Auch in Deutschland würden immer mehr Kunden die Vorteile des Einkaufens im Internet erkennen. "Man muss sich nicht durch volle Geschäfte drängeln und braucht sich auch nicht an den Ladenschluss zu halten", sagte Claussen. "Es gibt aber eine Reihe von Produkten, die will ich anfassen, fühlen, schmecken und riechen". Dafür gingen die Kunden auch weiterhin in die Geschäfte. Bei anderen Waren schätzten immer mehr Kunden die Bequemlichkeit der Anlieferung.

Der klassische Handel hat nach Einschätzung von Claussen das elektronische Einkaufen zunächst mit Argwohn beobachtet. "Inzwischen drängen die alten Handelshäuser aber mit sehr viel Macht ins Internetgeschäft, um auf mehreren Vertriebskanälen präsent zu sein." In der Regel gelinge den Handelshäusern und inbesondere den Versandhändlern die Abwicklung des virtuellen Einkaufs etwas besser als den reinen Online-Händlern. "Die Erfahrung der Versandhändler kommt voll zum Tragen, denn die haben schon immer nach Hause geliefert", sagte Claussen. Für elektronische Anbieter sprächen die zusätzlichen Leistungen. So schickten viele Online-Händler eine Auftragsbestätigung oder teilten dem Kunden mit, wann die Ware das Lager verlassen hat.

Claussen ist zuversichtlich, dass in diesem Jahr die bestellten Waren pünktlich unter dem Tannenbaum liegen werden. "Eine absolute Sicherheit gibt es aber nicht." Die Kunden sollten auf keinen Fall die Geschenke erst drei Tage vor Weihnachten bestellen, rät er.

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