Traditionsname verschwindet
D2-Mannesmann soll künftig D2-Vodafone heißen

Der britische Telekommunikationskonzern Vodafone will durchstarten. Weltweit sollen allen Töchter unter dem gleichen Namen auftreten und Vodafone zu einer globalen Marke wie Nike oder Coca-Cola machen. Opfer ist der Traditionsname "Mannesmann".

Reuters. DÜSSELDORF.Fast ein Jahr nach seiner Übernahme des traditionsreichen Mannesmann-Konzerns will der britische Mobilfunkkonzern Vodafone seinen Namen dem Flaggschiff der deutschen Tochter anhängen. Im Zuge der Arbeit an einem einheitlichen weltweiten Markennamen werde das deutsche Mobilfunknetz D2-Mannesmann ab nächstem Jahr D2-Vodafone heißen, sagte Vodafone-Vorstand Julian Horn-Smith in Düsseldorf. Die Namensänderung ändere aber nichts am Status des Düsseldorfer Sitzes als einer der beiden Europazentralen des Konzerns. Horn-Smith bekräftigte die Absicht, die Mannesmann - Festnetzgesellschaft Arcor an die Börse zu bringen, aber die Mehrheit behalten zu wollen.



Ab 2002 sollen alle Vodafone-Töchter weltweit dann nur noch den Markennamen Vodafone tragen. Der für die Umsetzung der Markenstrategie zuständige Thomas Geitner prognostizierte, dann werde Vodafone eine Marke sein wie heute schon Coca Cola oder Nike. Bereits jetzt sei das Unternehmen mit Stammsitz im britischen Newbury die weltweit größte Telekom-Gesellschaft. Neben der Arbeit am einheitlichen Markennamen stehe die Entwicklung neuer Produkte im Vordergrund der Strategie des Unternehmens. Hierfür sei die Nutzung des neuen Mobilfunkstandards UMTS von zentraler Bedeutung. Geitner sagte, er sei überzeugt, dass sich die Milliarden teuren Investitionen für den Kauf von UMTS-Lizenzen auszahlen würden.



Rund 150 Mrd. Euro haben die europäischen Telekom-Unternehmen für diese Lizenzen ausgegeben. Die selbe Summe dürfte Geitner zufolge der Aufbau der neuen Netze kosten. Für die UMTS-Lizenz in Deutschland hatte Vodafone 16,6 Mrd.DM bezahlt. Geitner zitierte eine Schätzung des Handy-Herstellers Ericsson, nach der 2005 weltweit rund 400 Mill.Menschen UMTS-Kunden sein werden, als Beleg für die Richtigkeit der Strategie. Mit Hilfe der Breitband-Technik UMTS sollen künftig nicht nur Sprache sondern auch Texte, Bilder, Musik versendet und empfangen werden können. Ungeachtet der Fokussierung auf UMTS und damit den Mobilfunk will Vodafone an der Telefongesellschaft Arcor festhalten. Arcor sei nach der Deutschen Telekom Marktführer in Deutschland, begründete Geitner die Absicht. Die Situation sei damit anders als in Italien, wo Vodafone seine im Zuge der Mannesmann-Übernahme erworbene Festnetzgesellschaft Infostrada inzwischen an den italienischen Enel-Konzern verkauft hat. Gleichwohl soll Arcor an die Börse gebracht werden. Über den Zeitpunkt wollten weder Geitner noch Horn-Smith etwas sagen. Man warte die Entscheidung des Mitgesellschafters Deutsche Bahn ab, sagten sie bloß. Bei der Bahn tagte am Mittwoch der Aufsichtsrat. Ohne die Zustimmung der Bahn ist ein Börsengang nach Ansicht Geitners nicht möglich. Die Umsetzung der Strategie für die nächsten Jahre soll nach den Worten Geitners ganz wesentlich von Düsseldorf aus gesteuert werden. Ende Januar hatte Mannesmann seine monatelange Abwehrversuche gegen eine Übernahme durch Vodafone aufgegeben, womit die erste unfreundliche Übernahme in der deutschen Firmengeschichte besiegelt worden wae. Der Mannesmann-Konzern wurde in der Folge zerschlagen. Die Industriesparte ging an Siemens und Bosch, das Röhrengeschäft an die Salzgitter AG und die Luxusuhren LMH an die Richemont . Geblieben sind das Mobilfunkgeschäft und Arcor.

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