Trainer fürchten Fehlstart
"Da wird Feuer unter dem Dach sein"

Vor dem ersten "Gipfeltreffen" der neuen Saison haben Bayer Leverkusen und Borussia Dortmund das Kriegsbeil begraben - doch die knisternde Spannung ist angesichts der großen sportlichen Rivalität allgegenwärtig.

HB/dpa LEVERKUSEN/DORTMUND. Nach den Punktverlusten zum Bundesliga-Auftakt verzichten Klaus Toppmöller und Matthias Sammer wohl auch aus Angst vor einem Fehlstart weitgehend auf verbale Scharmützel wie zum Ende der Vorsaison. Statt Öl ins Feuer zu gießen, erklärte Toppmöller vor dem Duell zwischen Vize-Meister und Meister am Samstag (15.30 Uhr) in der BayArena mit einer verkappten Entschuldigung das Ende der Feindseligkeiten.

Er habe Sammer schon beim Länderspiel gegen Österreich im Mai die Hand gereicht und zum Titel gratuliert, sagte der Bayer-Coach: "Von meiner Seite aus steht nichts mehr zwischen uns." Dessen Aussagen, Sammer habe sich in Dortmund ins gemachte Bett gesetzt und der Club traue sich nicht, trotz Millionen-Investitionen vom Titel zu reden, hatten den BVB-Coach und die Verantwortlichen damals in Rage gebracht. Vergessen sind die Streitigkeiten nicht und dicke Freunde werden die beiden Trainer wohl nie, aber auch der Meister scheint bereit, die Sache vorerst ad acta zu legen. "Wir sind beide Fußballer durch und durch. Von daher haben wir ohnehin eine Ebene, auf der wir uns verstehen", sagte Sammer.



Die Konzentration soll nicht gestört werden



Moderate Töne kommen auch aus der Führungsetage. "Die letzte Saison interessiert nicht mehr. Es ist alles vorbei und vergessen", sagte Manager Michael Meier, und Sportmanager Michael Zorc ergänzte: "Jedes Wort wäre jetzt fast zu viel. Wir müssen Randthemen wegdrücken." Die Konzentration soll nicht gestört, die Antwort sportlich gegeben werden. Zorc: "Das Spitzenspiel wird nicht verbal entschieden, sondern auf dem Platz. Und da wollen wir endlich wieder auftrumpfen."

Denn mehr noch als die Verbal-Attacken, die der Bayer-Coach selbst in der "Sport-Bild" als gezielte Störmanöver enttarnte ("ich hatte schon ein paar Hintergedanken, als ich Dortmund vor ein paar Monaten kritisiert habe. Ich wollte Emotionen schüren und hatte gehofft, dass die vielleicht ein bisschen nervös werden im Titelkampf"), steckt den Borussen das letzten Treffen in den Knochen. "Wir haben in Leverkusen einiges gutzumachen nach dem 0:4 vom Februar. Das hat alles sehr gewurmt. Deswegen wird jeder heiß genug sein", kündigte Sebastin Kehl im "Kicker" (Donnerstag-Ausgabe) an.

"Wer verliert hängt im Keller"

Wie schwer dem BVB das Siegen bei Bayer fällt, zeigt die Statistik: Der letzte Erfolg gelang am 16. November 1991 (2:0). Seitdem gab es sechs Niederlagen, vier Mal gelang ein Unentschieden. "Wir müssen uns beweisen, dass wir nach, glaube ich, mehr als hundert Jahren in Leverkusen mal was holen können", hofft Christoph Metzelder auf das Ende der schwarzen Serie. Der Abwehrspieler ist einer von insgesamt 12 WM-Teilnehmern, die in der BayArena vermutlich ihre Visitenkarte abgeben.

"Da wird Feuer unterm Dach sein. Auch wenn die WM-Fahrer auf beiden Seiten noch nicht in Top-Form sein können", meinte Toppmöller, der nach dem 1:1 in Cottbus seiner Elf kräftig den Kopf wusch und eine klare Leistungssteigerung in dem brisanten Duell Spiel erwartet: "Es geht um acht bis zwölf Tabellenplätze. Wer verliert, hängt im Keller. Wer gewinnt, darf selbstbewusst vorne mitmischen." Während Oliver Neuville in Bayers Startformation zurückkehren könnte, will Sammer den beim 2:2 gegen Hertha BSC enttäuschenden Neuzugang Juan Fernandez durch den Brasilianer Dede ersetzen.

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