Trainer Wan Lee: "Spielerinnen sind nicht cool genug"
Volleyballerinnen nach 0:3 gegen Italien plötzlich vor dem WM-Aus

Durch die 0:3 (18:25, 29:31, 22:25)-Niederlage gegen Italien am Montagabend in Münster und den überraschenden 3:1-Sieg Japans gegen Bulgarien kann die DVV-Auswahl die Qualifikation für die Zwischenrunde nicht mehr aus eigener Kraft schaffen.

HB/dpa MÜNSTER. Sie ist deshalb auf Schützenhilfe von Tschechien in der Partie gegen die auf Rang drei vorgerückten und punktgleichen Japanerinnen angewiesen. Selbst ein 3:0-Erfolg in der letzten Partie gegen Außenseiter Mexiko (Dienstag, 20.30 Uhr) kann für das DVV-Team nutzlos sein, falls Japan zuvor das Spiel gegen die tschechische Mannschaft gewinnt und somit das bessere Satzverhältnis aufweist.

Die Mannschaft von Bundestrainer Hee Wan Lee hat sich nach den relativ knappen Auftaktsiegen in der Vorrundengruppe A gegen Tschechien (3:2) und Japan (3:1) mit den deutlichen Niederlagen gegen Italien und tags zuvor gegen Bulgarien (0:3) leichtfertig in diese Situation gebracht. "Der Druck war schon enorm groß. Außerdem haben wir die schwerste Gruppe gehabt", sagte der DVV-Coach, dessen Team nach Meinung von Verbandschef Werner von Moltke um eine Medaille bei den ersten Titelkämpfen im eigenen Land spielen sollte. "Ich weiß überhaupt nicht, warum die Mannschaft so hoch eingeschätzt worden ist", meinte Hee Wan Lee. "Man hat gesehen, dass bei uns nicht alle Spielerinnen cool genug sind, in einer solchen Atmosphäre zu bestehen", betonte der Südkoreaner.

Gegen die Auswahl Italiens, die als Geheimfavorit auf den WM-Titel gehandelt wird, hatte die deutsche Mannschaft von Beginn an keinen leichten Stand. Mit seiner Stamm-Sechs und der Dresdner Spielmacherin Beatrice Dömeland setzte der Bundestrainer auf seine eingespielte Formation, die allerdings schnell gegen die Gäste in Rückstand geriet. Die beiden besonders motivierten Italien-Profis im DVV-Team, Sylvia Roll und Angelina Grün, sorgten zwar immer wieder mit ihren Punkten für Hoffnung, doch schon im ersten Satz, den Italien mit 25:18 für sich entscheiden konnte, wurden dem Team schnell die Grenzen aufgezeigt.

Im zweiten Satz erwischten die Gastgeber, die ihrer spielerischen Mängel mit großem Kampfgeist wettmachten, den besseren Start und erspielten sich eine 6:2-Führung. Aber die routinierten und cleveren Italienerinnen ließen sich davon nicht beirren, holten acht Punkte in Folge und rückten die Verhältnisse somit wieder zurecht. Die Deutschen kamen zwar noch einmal heran, hatten beim 24:23 und 27:26 sogar zwei Satzbälle, am Ende ging aber auch der zweite Durchgang mit 31:29 an den Tabellenführer, der sich im spannenden dritten Satz keine Blöße mehr gab und einen insgesamt ungefährdeten Sieg einfuhr.

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