Trainer-Wechsel in Mönchengladbach
Kommentar: Finale Abrechnung

Er hatte etwas von ziemlicher Trostlosigkeit, der Bundesliga-Samstag in Mönchengladbach. Das Tribünendach war undicht, der Rasen sah aus wie der Acker eines niederrheinischen Rübenbauers. Und auch der putzig bis peinliche Plakat-Aufruf der Fans zum "Flag-Day" beim Heimspiel nächsten Samstag gegen "Doofmund" beinhaltete ein Stück Verzweiflung und Depression.

Dass der zunehmend erfolglose Trainer Hans Meyer schließlich seinen Hut nahm, wird an der bedrückenden Situation beim traditionsreichen Klub aus dem überschaubaren Mönchengladbach wohl so schnell nichts ändern. Die grundsätzlichen Versäumnisse bleiben schließlich bestehen, die Standortnachteile bis zum Bau des neuen Stadions ebenso. Zumal das größere Bauwerk als Allheilmittel für die Zukunft auch nicht taugt.

Immerhin kommt dem nicht gerade auf Rosen gebetteten Verein der Trainerwechsel nicht so teuer, wie es sonst in der Branche üblich ist. Meyer hatte generös auf Abfindungszahlungen verzichtet und schon vor längerer Zeit erklärt, "finanziell unabhängig" zu sein. Ein nettes Abschiedsgeschenk der Führungskraft, mehr aber auch nicht.

Denn zur Bilanz des Trainers gehört auch, zahlreiche Spieler "rasiert" zu haben, mit denen er sich überworfen hatte. Erst in der vergangenen Woche traf es zwei weitere Akteure, die sich dem Führungsstil alter Schule nicht beugen wollten. Im Nachhinein sehen diese personellen Maßnahmen Meyers schwer nach finaler Abrechnung an einem der letzten Arbeitstage aus.

Der Abschied von den Angestellten, die Nachfolger Ewald Lienen womöglich gern in seinem Kader gesehen hätte, kostet dem Verein noch einmal ordentlich Geld. Auflösungsverträge sind kein billiges Vergnügen. Das weiß auch der selbst ernannte "Kommunist" Meyer.

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