Trainer wurde offensichtlich rechtzeitig von geplanten Kontrollen informiert
Zweifel an Unfall-Version wachsen

Der des Dopings verdächtigte griechische Sprintstar Kostas Kenteris verliert auch in den heimischen Medien zusehends an Rückhalt. Neue Informationen, die aus Justizkreisen durchgesickert sind, verstärken den Eindruck, dass er sich in der Affäre der Wahrheit nicht allzu sehr verpflichtet fühlt.

HB ATHEN. Wie der Athener Privatsender "SKAI" am Donnerstag mit Bezug auf Justiz-Kreise berichtete, soll der vermeintliche Unfall von Kenteris und seiner Trainingspartnerin Ekaterini Thanou Stunden nach ihrer versäumten Doping-Kontrolle im Olympischen Dorf entweder "inszeniert worden sein" oder "gar nicht stattgefunden" haben. Unterdessen hat die Athener Verkehrspolizei angekündigt, ihren Untersuchungsbericht am Freitag der Staatsanwaltschaft übergeben zu wollen. Kenteris und Thanou hatten am Mittwoch ihren Olympia-Verzicht erklärt.

Wie die griechische Nachrichtenagentur ANA am Donnerstag meldete, sei mit einem Abschluss der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen nicht vor Ende der Olympischen Spiele am 29. August zu rechnen. Begründet wird dies mit weiteren Untersuchungen und Zeugenvernehmungen. So sollen die Ärzte und der Direktor des Athener KAT-Krankenhauses befragt werden, warum sie Kenteris und Thanou fünf Tage lang bis zum Dienstag in der Klinik behielten. Ein von der Staatsanwaltschaft beauftragter Gerichtsmediziner hatte beide untersucht und offenbar äußerlich nur kleinere Verletzungen festgestellt.

Durch diesen viertägigen Krankenhausaufenthalt mussten die Disziplinarkommission des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) zwei Mal die Anhörung der unter Doping-Verdacht stehenden Leichtathleten verschieben. Außerdem wurde dadurch ein möglicher nachträglicher Doping-Test von Kenteris und Thanou sinnlos.

Nach einem Bericht der Zeitung "Eleftherotypia" am Donnerstag sei Kenteris-Trainer Christos Tsekos, der ebenfalls seine Olympia-Akkreditierung an das IOC zurückgab, über die im Athleten-Dorf angeordnete Doping-Kontrolle rechtzeitig informiert worden. Mehrere Telefonanrufe per Handy, in denen der griechische Leichtathletik- Cheftrainer Odysseas Papatolis seinem Kollegen Tsekos aufgefordert haben will, die Athleten zum Test zu holen, seinen bei der Telefongesellschaft registriert. Danach sollen die Anrufe zwischen 18.45 und 19.30 Uhr Ortszeit stattgefunden haben - vor Ablauf der vom Kontrolleur gesetzen Zwei-Stunden-Frist.

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