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Trainersuche wird wieder aufgenommenDPA-Datum: 2004-07-13 15:36:57

Frankfurt/Main (dpa) - Die führenden Köpfe des deutschen Fußballs haben sich von dem Schock der Rehhagel-Absage erholt und ihre Suche nach einem geeigneten Kandidaten für das Amt des Bundestrainers wieder aufgenommen.

Frankfurt/Main (dpa) - Die führenden Köpfe des deutschen Fußballs haben sich von dem Schock der Rehhagel-Absage erholt und ihre Suche nach einem geeigneten Kandidaten für das Amt des Bundestrainers wieder aufgenommen.

Franz Beckenbauer, Gerhard Mayer-Vorfelder, Werner Hackmann und Horst R. Schmidt in trafen Frankfurt/Main zusammen, um das weitere Vorgehen in der verfahren wirkenden Situation abzustimmen und sich auf einen neuen Favoriten festzulegen. Nach dem zweieinhalbstündigen Treffen der Trainerfindungskommission (TFK) in der DFB-Zentrale gab sich das Quartett jedoch geheimnisvoll - Details oder gar Namen möglicher Kandidaten wurden nicht genannt.

Kein Geheimnis ist, dass die TFK eine ausländische Lösung nicht mehr ausschließt. Aber auch der Name Lothar Matthäus spielt in den Überlegungen weiter eine Rolle. Als heißer Anwärter auf den vakanten Posten kristallisiert sich immer mehr Guus Hiddink heraus. Der Niederländer, der 1998 die «Oranjes» und vier Jahre später Südkorea bis ins WM-Halbfinale führte, ist ein ausgewiesener Fachmann und spricht zudem Deutsch. Der 57-Jährige soll in seinem Vertrag beim PSV Eindhoven eine Ausstiegsklausel haben, steht aber angeblich bei Vereinschef Harry van Raaij im Wort. Zu den Spekulationen um seine Person wollte sich Hiddink nicht äußern.

Nach Ansicht von Beckenbauer steht die TFK nach der Absage von Otto Rehhagel ohnehin vor einer ganz schwierigen Aufgabe. «Welcher Club gibt denn vier Wochen vor Saisonbeginn seinen Trainer weg», sagte der «Kaiser». Da die Liste mit ernsthaften Kandidaten immer kürzer wird, hat Borussia Dortmunds Manager Michael Meier erneut Ottmar Hitzfeld ins Gespräch gebracht. «Nach der bisher erfolglosen Trainersuche sollten wir versuchen, noch einmal mit Hitzfeld zu sprechen und ihn zu überzeugen», sagte Meier der «Bild»-Zeitung.

Hitzfeld galt beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) als Wunschkandidat für die Nachfolge des zurückgetretenen Rudi Völler, doch der ehemalige Trainer des FC Bayern München hatte nach fünftägigen Verhandlungen am 1. Juli aus persönlichen Gründen abgesagt. «Ich fühle mich noch etwas leer, der Akku ist noch lange nicht aufgeladen», begründete Hitzfeld damals sein Nein und fügte hinzu: «Es ist einfach so, dass der Zeitpunkt des Angebots falsch war. Hätte mich Herr Mayer-Vorfelder in einem Jahr gefragt, wäre ich wohl bereit gewesen.»

Nach Meiers Ansicht könnte ein Übergangs-Coach die DFB-Auswahl in den sieben bis zum Jahresende anstehenden Länderspielen betreuen, ehe Hitzfeld übernimmt. «Denkbar ist, dass er Urlaub macht und Kraft tankt und dann am 1. Januar als Bundestrainer einsteigt», sagte Meier. Allerdings hatte Hitzfeld ausgeschlossen, seine Entscheidung kurzfristig zu revidieren.

Otto Rehhagel, der für seine Treue zur griechischen Auswahl mit einer Gehaltserhöhung belohnt wurde, favorisiert Matthäus. «Der Lothar hat die Unterstützung von Franz Beckenbauer, und er hat Fußball-Sachverstand», sagte Rehhagel der «Sport-Bild». Beckenbauer hatte sich schon zuvor positiv über den deutschen Rekord-Nationalspieler geäußert. «Ich habe sechs Jahre als Teamchef mit ihm zusammengearbeitet und weiß ihn daher sehr gut einzuschätzen. Er war als Kapitän mein verlängerter Arm. Wir haben viele konstruktive Gespräche geführt. Er macht sich Gedanken wie kein anderer, geht auch ins Detail», meinte Beckenbauer.

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