Trampolin Olympia
Dogonadze bei He-Sieg nur auf Acht

Beim Trampolin-Olympiasieg von Wenna He aus China landete Anna Dogonadze nur auf dem achten Platz. Silber holte Karen Cockburn, Bronze Jekaterina Chilko.

Erst die freudige Nachricht, dann die sportliche Enttäuschung: Trotz Erleichterung durch ein erstes Telefonat mit ihren Eltern in der Krisenregion Georgien hat Anna Dogonadze ihren goldenen Olympia-Triumph von Athen 2004 vier Jahre später in Peking nicht wiederholt. Die von Rückenschmerzen geplagte 35-Jährige musste im Trampolin-Finale ihre Übung nach dem siebten Sprung abbrechen und als Achte und Letzte ihre ohnehin leisen Hoffnungen auf eine Medaille begraben.

Olympia-Gastgeber China holte vor 18 000 Zuschauern im National Indoor Stadium erstmals Trampolin-Gold. Der Sieg ging an Wenna He vor der Kanadierin Karen Cockburn und Jekaterina Chilko aus Usbekistan.

"Das Einturnen war noch gut, aber dann hat mir die Höhe gefehlt", sagte die gebürtige Georgierin, die vom ersten Sprung an nicht richtig in ihre Kür kam, auf dem Sprungtuch hin und her wanderte und schließlich die Kontrolle verlor. Bundestrainer Michael Kuhn musste eine Schutzmatte auf die Sprungfläche schieben, um einer Verletzung der Bad Kreuznacherin vorzubeugen.

Für den Coach war das Scheitern seines Schützlings fast schon tragisch. "Eine Bronzemedaille wäre möglich gewesen, aber vielleicht wollte Anna nach dem guten Einturnen ein bisschen zuviel", analysierte Kuhn, der mit der Ex-Weltmeisterin wegen ihrer Rückenprobleme zwischen dem Vorkampf am Samstag und dem Finale kein einziges Training absolvieren konnte.

Die Mutter einer 13-jährigen Tochter will zunächst ihre berufliche Ausbildung zur Bürokauffrau in den Vordergrund stellen und auf dem Trampolin kürzer treten. Von einem endgültigen Karriereende wollte die mehrmalige Weltmeisterin allerdings noch nichts wissen: "So möchte ich meine Karriere nicht beenden."

Weltverband lehnt Protest gegen Stehlik-Note ab

Der deutsche Trampolin-Meister Henrik Stehlik wird nicht nachträglich zur olympischen Medaillenentscheidung am Dienstag (20.30 Uhr/14.30 Uhr Mesz) zugelassen. Der Turn-Weltverband FIG lehnte am Montag einen Protest des Deutschen Turner-Bundes (DTB) gegen die Bewertung der Qualifikationskür des Ex-Weltmeisters aus Salzgitter ab.

Zwar belegten von der ARD zur Verfügung gestellte Fernsehbilder, dass der 27-Jährige, anders als von den Kampfrichtern wahrgenommen, nicht mit dem Fuß die Umrandung der Sprungfläche berührt hatte, doch laut Reglement sind zur Beweisführung nur die internen FIG-Videoaufzeichnungen zugelasssen. Auf diesen Aufnahmen war nicht eindeutig zu erkennen, ob Stehlik einen Regelverstoß begangen hatte oder nicht.

"Das ist eine sehr unglückliche und definitiv falsche Entscheidung gegen unseren Athleten", sagte DTB-Sportdirektor Wolfgang Willam. Laut Willam habe auch FIG-Präsident Bruno Grandi den Beschluss bedauert. Wegen des offensichtlich zu Unrecht verhängten Punktabzuges war der Olympia-Dritte von Athen 2004 im Vorkampf nach Rang drei in der Pflicht in der Kür auf den 16. und letzten Platz zurückgefallen.

© SID

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