Transaktion in Italien bringt Frankreichs staatlichen Stromkonzern einen Schritt in Richtung Privatisierung voran
EDF sitzt jetzt wie die Spinne in Europas Stromnetz

Der Einstieg bei Montedison ist für Electricité de France (EDF) die erste Transaktion, die sie im Wesentlichen nach den Spielregeln der Börse abwickelt. "Das ist für uns ein wichtiger Lernprozess", sagte Vorstandschef François Roussely in einem Pressegespräch aus Anlass der Transaktion in Italien.

HB PARIS. Bisher hatte EDF seine Expansion stets in Ausschreibungs- und Gebotsverfahren betrieben. Die Erfahrungen beim Angriff auf Montedison werden EDF helfen, wenn wohl nach den Wahlen im nächsten Frühjahr in Frankreich ihre Privatisierung anläuft.

Roussely hat die Investmentbanken Rothschild und Goldman Sachs beauftragt, Privatisierungsmodelle auszuarbeiten.

Mit dem Durchbruch bei Montedison ist EDF in den drei neben Frankreich wichtigsten Strommärkten Europas vertreten: Deutschland (EnBW), Großbritannien (London Electricity) und Italien. Dazu kommt Skandinavien, wo EDF vor Jahren bei Graninge einstieg.

Die geografische Abdeckung Europas spielt in den Planungen des mit 34 Mrd. Euro Jahresumsatz größten reinen Stromerzeugers eine entscheidende Rolle. Denn jenseits der Produktion von Energie sieht Roussely die EDF auch in einer starken Position als Verteiler. EDF sitze geografisch zwischen den anderen großen Märkten, erläuterte Roussely kürzlich im Gespräch mit Fachjournalisten. Wichtige Leitungen liefen von Großbritannien, Spanien und Italien über EDF-Gebiet nach Mitteleuropa.

Das erleichtert der EDF den Aufbau einer eigenen europaweiten Versorgungsstruktur. Mit ihr will sie sich von ihren Konkurrenten am zunehmend geöffneten europäischen Energiemarkt absetzen. Dies registrieren auch Konkurrenten in Frankreich, wie etwa bei Suez S.A. und Totalfina Elf S.A. zu hören ist.

Der Vorwurf, sich von der sicheren Position als Staatsbetrieb womöglich mit Regierungshilfe bei privaten Wettbewerbern einzukaufen, weist Roussely zurück: "Wir haben seit 18 Jahren keine Subventionen mehr bekommen."

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