Transaktionen aber rückläufig
DAB betreut erstmals über eine halbe Million Kunden

Der Münchener Discount-Broker Direkt Anlage Bank AG (DAB) hat im zweiten Quartal 2001 trotz des schwachen Börsenumfelds seine Depotzahl gesteigert und erstmals über eine halbe Million Kunden betreut.

Reuters MÜNCHEN. Von April bis Juni habe die DAB netto 37 236 neue Kunden gewonnen, teilte die im Blue Chip-Index des Neuen Marktes Nemax 50 notierte Gesellschaft am Donnerstag in München mit. Die Zahl der betreuten Kunden zum Ende des zweiten Quartals stieg im Drei-Monats-Vergleich um acht Prozent auf 500 949. Die Zahl der Transaktionen verringerte sich allerdings um knapp ein Viertel. Merck Finck & Co-Analyst Alexander Kachler sprach von "superguten Zahlen".

Die DAB-Aktie konnte von den Zahlen profitieren und legte am Vormittag in einem behaupteten Gesamtmarkt zeitweise um 4,13 Prozent auf 14,37 Euro zu. Allerdings liegen die DAB-Papiere immer noch rund 33 Euro unter ihrem Jahreshöchstwert von 47,90 Euro Ende Januar.

Deutlich mehr Neukunden als Consors

Mit den vorgelegten Zahlen zur Neukunden-Gewinnung übertrifft die Direkt Anlage Bank deutlich die vor zwei Wochen vorgelegten Zahlen ihres Nürnberger Konkurrenten Consors. Consors hatte im zweiten Quartal seine Depotanzahl per saldo um 9 500 auf knapp 550 000 gesteigert. Allerdings verlangsamte sich auch bei der DAB der Kunden-Zuwachs: In den ersten drei Monaten 2001 hatte das Institut noch 45 000 Netto-Neukunden gewonnen. DAB-Chef Matthias Kröner zeigte sich dennoch optimistisch: "Entgegen der allgemeinen Markteinschätzung sollte 2001 abgesehen vom Ausnahme-Jahr 2000 das erfolgreichste Jahr für die Neukundengewinnung werden."

Angesichts der schwachen Börsen musste die DAB nach eigenen Angaben allerdings einen Rückgang bei der Zahl der durchgeführten Transaktionen auf 1,54 Mill. nach 1,97 Mill. im Auftaktquartal 2001 verbuchen. Das verwaltete Gesamtvermögen zum Ende des zweiten Quartals stieg nach Angaben des Discount-Brokers auf 12,92 Mrd. Euro nach 11,9 Mrd. Euro im ersten Quartal dieses Jahres.

Nach wie vor liegt der Hauptanteil des Direkt Anlage Bank - Geschäfts in Deutschland. Hier habe der Discount-Broker Ende Juni 407 950 Depots gehalten, das Kundenvermögen habe sich auf rund zwölf Milliarden Euro belaufen. Mit netto 21 355 neuen Depots in Deutschland konnte die DAB über 57 Prozent ihrer Neukunden im Inland gewinnen. In Großbritannien sieht sich der Discount- Broker mit gut 45 000 Kunden als viertgrößter Anbieter.

"Wenn das mit dem Kundenwachstum so weitergeht, könnte es sein, dass das Ergebnis besser wird, als erwartet", sagte Merck Finck & Co-Analyst Kachler Reuters. Er rechne mit einem Gesamtjahresverlust von 70 Cent je Aktie nach Steuern. "Jetzt zahlt es sich aus, dass die DAB von der Strategie her breiter aufgestellt ist als ihre Konkurrenten." Allerdings wies Kachler darauf hin, dass der Discount-Broker keine Marketing-Kosten für die Neukunden-Gewinnung ausgewiesen habe, die für eine vollständige Beurteilung der Zahlen nötig seien. Den Rückgang der Transaktion wertete er angesichts des Börsenumfelds als normal.

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