Transaktionsbank-Geschäft wird ausgebaut
Dresdner Bank kauft die Lombardkasse

gja FRANKFURT/M. Die Dresdner Bank will ihre Marktposition in der Abwicklung von Wertpapiertransaktionen verbessern und zu diesem Zweck das Spezialinstitut Lombardkasse übernehmen. Die Dresdner teilte mit, sie habe bereits Zusagen für über 80 % der Anteile. Angestrebt werde eine komplette Übernahme, sagte das zuständige Vorstandsmitglied Gerhard Barth. Die Lombardkasse solle aber nicht in dem von ihm verantworteten Unternehmensbereich Transaction Banking aufgehen, sondern als selbständige Einheit geführt werden.

Bisher gehört die Lombardkasse, die für Makler, Finanzdienstleister und Wertpapierbanken die Wertpapierabwicklung übernimmt, 35 Instituten. Dazu zählen alle vier Großbanken, Privatbankiers, Institute aus dem Sparkassen- und Genossenschaftslager und ausländische Häuser. Die Dresdner selbst hielt bisher 12,5 %. Bis Jahresende will sie die Übernahme erledigt haben. Zum Kaufpreis sagte Barth nur, es sei ein zweistelliger Euro-Millionenbetrag.

Nach seinen Worten ist die Lombardkasse eine "bedeutende Verstärkung" für den im April gegründete Dresdner-Bereich Transaction Banking. Er umfasst neben Wertpapierabwicklung und-verwahrung Services für Zahlungsverkehr, Cash Management und Treasury. Ziel der Dresdner ist es, auch für Dritte zu arbeiten. Sie konkurriert im Wettbewerb um Outsourcing-Mandate etwa mit der European Transaction Bank der Deutschen Bank, mit zentralen Einheiten der Genossen und Sparkassen, mit US-Instituten wie State Street, Bank of New York oder Chase sowie europäischen Häusern wie BNP-Paribas oder ABN Amro. Bereits binnen weniger Jahre, so eine von Barth bekräftigte Prognose, wird es in Europa nur noch eine Handvoll großer Abwickler geben.

Die Dresdner möchte dabei sein und sieht sich dafür gerüstet. Einen Schub im Outsourcing-Geschäft erwartet sie sich von ihrem neuen System Geos, das Mitte nächsten Jahres voll installiert sein soll. Von der Lombardkasse erhofft sie sich Zugang zur von ihr bedienten Gruppe der Finanzintermediäre. Nach der Aktien-Orderbuchstatistik der Deutschen Börse kommt die Lombardkasse auf gut 20 % Marktanteil.

In ihre Neuerwerbung muss die Dresdner aber zunächst investieren. Denn die Lombardkasse ist zwar profitabel und erwartet für dieses Jahr 9 Mill. Euro Zins- und 25 Mill. Euro Provisionsüberschuss und damit insgesamt etwa 30 % mehr als 1999. Doch mit Eigenmitteln von 34,8 Mill. Euro ist sie an Wachstumsgrenzen gestoßen und braucht frisches Kapital, um neue Kundenbedürfnisse zu erfüllen. Mit der heterogenen Gruppe der Alteigentümer war das offenbar nicht möglich. Die Dresdner werde die nötigen Mittel bereitstellen, sagte Barth.

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