Transaktionsvolumen voraussichtlich zwischen 2,3 Mrd. und knapp 2,7 Mrd. Euro.
Deutsche Bahn will angeblich Stinnes übernehmen

Die Deutsche Bahn steht nach Zeitungsberichten vom Freitag vor der Übernahme des Logistikkonzerns Stinnes. Der Aufsichtsrat des Staatskonzerns werde am kommenden Mittwoch über das Angebot entscheiden, erfuhr die "Financial Times Deutschland" aus unternehmensnahen Kreisen.

vwd FRANKFURT. Geplant sei die komplette Übernahme zu einem Preis zwischen 30 und 35 Euro je Aktie. Mehrheitsaktionär von Stinnes ist die Eon AG, Düsseldorf, mit 65,4 % Anteil.

Die Deutsche Bahn AG, Berlin, will der Zeitung zufolge ein Übernahmeangebot für alle Stinnes-Aktien vorlegen. 34,6 % des Kapitals sind seit einem Börsengang im Januar 1999 in Streubesitz. Das gesamte Transaktionsvolumen liege voraussichtlich zwischen 2,3 Mrd. und knapp 2,7 Mrd. Euro. Der Aktienkurs des im MDax notierten Logistik-Unternehmens, der am Donnerstag um 10 % auf 29 Euro gestiegen war, zog am Freitagmorgen weiter auf 29,50 Euro an. Händler haben die Erwartung ausgesprochen, dass der Kurs weiter anziehen wird.

Sprecher von Eon, Stinnes und Bahn wollten zu den Plänen zunächst keine Stellung nehmen. Bei Eon werden noch Varianten des Bahn-Angebots durchgerechnet, hieß es mit Bezug auf unternehmensnahe Kreise. Mitte Mai hatte Bahn-Vorstandsvorsitzender Hartmut Mehdorn sein Interesse an der Stinnes-Tochter Schenker bekundet, schreibt die Börsen-Zeitung. Weil das Speditionsunternehmen gut in die Logistikkette der Bahn passe, wäre der Kauf "ein strategischer Fit". Die Stinnes-Tochter war schon einmal im Bahn-Besitz, bevor Bahn-Vorstand Heinz Dürr das Unternmehmen Anfang der 90er Jahre in zwei Schritten an Stinnes verkaufte.

Für den Eon-Konzern gehört die Stinnes-Beteiligung seit längerem nicht mehr zum Kerngeschäft. Die Tageszeitung "Die Welt" hatte erfahren, dass Eon auch mit der Deutschen Post über den Verkauf des Transportriesen verhandelt hatte. Diese Gespräche seien aber ohne Ergebnis beendet worden. Zudem habe E.ON geprüft, den verbliebenen Anteil von Stinnes über die Börse zu verkaufen, habe sich dann aber für die Abgabe an einen Großinvestor entschieden.

Den aktuellen Marktwert des Pakets gibt die Börsen-Zeitung mit rund 1,4 Mrd. Euro an. Stinnes setzt mit ca 42 000 Mitarbeitern über 12 Mrd. Euro pro Jahr um. Der Vertrag Bahn/Eon soll nach Informationen der "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" aus politischen Kreisen in wenigen Tagen unterschrieben werden. Es seien noch letzte Details zu klären, die Grundsatzentschediung sei aber gefallen.

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