Transnet-Chef Hansen erneuert massive Kritik am Bahn-Management
Bahn-Gewerkschaft will nicht an Tarifkompromiss festhalten

Die Bahngewerkschaft Transnet lehnt es ab, an dem bereits ausgehandelten Tarifkompromiss festzuhalten. Im InfoRadio Berlin-Brandenburg sagte der Transnet-Vorsitzende Norbert Hansen am Montag, dass das Paket aus Zukunftssicherungsfonds und Transfertarifvertrag zu einem Zeitpunkt vereinbart worden sei, zu dem man noch an eine seriöse Planung geglaubt habe. Jetzt stelle sich aber heraus, dass die ursprüngliche Planung nicht gehalten werden könne.

dpa/adx BERLIN. "Natürlich werden wir keine Tarifverträge unterschreiben, wo die Grundlagen nicht mehr als zukunftssicher angesehen werden", sagte Hansen. Bahn-Chef Hartmut Mehdorn hatte an die Gewerkschaft appelliert, an dem ausgehandelten Kompromiss festzuhalten.

Hansen forderte den Bahnvorstand auf, von der Bundesregierung klare Aussagen zur künftigen Finanzierung zu erwirken. Seit 1993 seien der Bahn immerhin 17 Mrd. DM vorenthalten worden. Außerdem müsse der Bahnvorstand selbst eine fundierte Mittelfristplanung vorlegen. Im Bayerischen Rundfunk erneute Hansen indes seine massive Kritik am Management der Deutschen Bahn. "So langsam kann man schon das Vertrauen verlieren", sagte er. Die Bahn brauche ein Management, das in der Lage sei, mit offensiven Unternehmens-Strategien zusätzliche Marktanteile des stark wachsenden Verkehrssektors auf die Schiene zu bringen.



Er erwarte von Bahn-Chef Hartmut Mehdorn, dass er Konzepte entwickle, wie die Bahn Gewinne machen könne, fügte der Transnet-Chef hinzu. Die Verkehrsentwicklung erfordere in Zukunft mehr Bahn. Daher könne sich Deutschland eine Halbierung des Bahn-Personals und der Bahn nicht leisten. Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" hatte am Wochenende berichtet, nach einer Studie der Unternehmensberatung McKinsey benötige die Bahn im Jahr 2015 nur noch die Hälfte ihrer derzeit 240 000 Mitarbeiter.

Mit der Diskussion zum Geschäftsbericht setzt die Bahngewerkschaft Transnet am heutigen Montag ihren 16. Ordentlichen Gewerkschaftstag in Magdeburg fort, den am Sonntag Mehdorn und Bundesverkehrsminister Kurt Bodewig (SPD) eröffnet hatten.

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