Transnet erwägt Warnstreiks
Mehdorn will 6 000 Arbeitsplätze streichen

Die Deutsche Bahn AG will bis 2003 acht ihrer 18 Ausbesserungswerke schließen. Um Überkapazitäten abzubauen, sollen insgesamt in allen Werken 6 000 Arbeitsplätze abgebaut werden, heißt es in einem dem Handelsblatt vorliegenden Papier der Gewerkschaft Transnet

HB DÜSSELDORF/BERLIN. Die Ausbesserungswerke beschäftigen zurzeit rund 11 500 Mitarbeiter. Das Thema soll bei einer Vorstandssitzung der Bahn heute zur Sprache kommen.

Zwischen der größten Arbeitnehmervertretung der Eisenbahner und dem Bahnvorstand zeichnet sich darüber ein Konflikt mit harten Fronten ab. Bislang hat Transnet die Bahnreform mitgetragen. Die Gewerkschaft hatte insbesondere den Kampf von Bahnchef Hartmut Mehdorn gegen eine in weiten Teilen von Politik und Wirtschaft favorisierte Herauslösung des Netzes aus dem Bahnkonzern unterstützt. Jetzt will Transnet mit politischer Unterstützung des Bundesverkehrsministers Kurt Bodewig und der Bundesländer die offiziell von der Bahn nicht bestätigten Vorstandspläne zu den Werksschließungen kippen. Erwogen werden Protestaktionen und Warnstreiks.

Unterdessen hat der Präsident des Bundeskartellamts, Ulf Böge, in der Kontroverse um die Unabhängigkeit des Netzes Stellung bezogen. "Eine Herauslösung der Netz AG ist zwar nicht zwingend, wäre aber wettbewerbsrechtlich unbedenklich und vielleicht der beste Weg für die Bahn, den Verdacht einer Diskriminierung zu zerstreuen", sagte Böge dem Handelsblatt. Er lehnte die von der Bahn angeregte Alternative einer staatlichen Regulierungsbehörde ab. "Ordnungspolitisch wäre dies bedenklich. Der Einfluss des Staats sollte eher verringert werden." Böge wandte sich gegen die vom Bundesverkehrsministerium betriebene Aufwertung des Eisenbahnbundesamts. Bisher habe das Kartellamt über den diskriminierungsfreien Zugang gewacht und auf Änderungen des Trassenpreissystems gedrängt. "Ich warne vor doppelten Zuständigkeiten."

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