Transparency International für verstärkte Maßnahmen der Weltbank
"Schwarze Listen'' im Kampf gegen Korruption gefordert

Im Kampf gegen die weltweite Wirtschaftskorruption hat die Organisation Transparency International (TI) die Anlage von "schwarzen Listen'' über Unternehmen gefordert, die Bestechungsgelder zahlen oder anbieten.

ap BERLIN. In diesen Listen würden auch Firmen registriert, die wegen Korruption bereits von Ausschreibungen ausgeschlossen wurden, erklärte TI-Vorsitzender Peter Eigen am Donnerstag in Berlin. Er forderte die Weltbank auf, bei der Überwindung des globalen Korruptionsproblems eine zentrale Rolle zu spielen. Gleichzeitig müsse sie mit anderen Organisationen zusammenarbeiten.

Der Vorschlag der "schwarzen Listen'' ist in einem Zehn-Punkte-Plan der Anti-Korruptions-Organisation TI enthalten mit dem Ziel, dieses Übel vor allem in Entwicklungsländern sowie ost- und zentraleuropäischen Staaten erfolgreicher abzuwehren. Eigen appellierte an die Weltbank und alle in den betroffenen Staaten tätigen Organisationen, diesen Plan anzunehmen. Das Register für dubiose Unternehmen müsse auch gemeinsam mit regionalen Entwicklungsbanken und anderen Entwicklungsorganisationen geführt werden. Alle Unternehmen, von denen Angebote und Schmiergeldzahlungen bekannt würden, gehörten auf diese Listen.

Im Hinblick auf das Jahrestreffen der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds im September in Prag warnte Eigen davor, angesichts der Themen wie Globalisierung, Schuldenerlass, Armutsverminderung und Aids die Korruptionsbekämpfung zu vernachlässigen. "Anhaltende Verbesserungen werden jedoch nur dann zu erzielen sein, wenn Korruption als eine der zentralen Ursachen der Probleme erkannt und bei der Arbeit an diesen Problemen berücksichtigt wird'', betonte Eigen.

Korruptionsbekämpfung müsse über den Bereich der von der Weltbank finanzierten Darlehen hinausgehen. So müsse unter anderem eine Reform des öffentlichen Dienstes und die Verbesserung des Besoldungssystems erreicht werden. In zahlreichen Ländern erhielten Beamte nicht einmal ein Gehalt, das zum Überleben ausreiche, sagte Eigen. "Die Folge ist ein erhöhter Druck, Bestechungsgelder anzunehmen.''

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