Transparenz durch neue Formulare
Staat will Spekulanten zu Steuer-Ehrlichkeit zwingen

Börsen-Spekulanten müssen den Finanzbehörden künftig genauer über ihre Börsengeschäfte Auskunft geben.

rtr BERLIN. Ab nächstem Jahr würden neue Formulare bei den Steuererklärungen stärker auf die Steuerpflicht von Gewinnen bei Börsengeschäften aufmerksam machen, sagte eine Sprecherin des Bundesfinanzministeriums am Mittwoch. Sie bestätigte damit einen Vorabbericht der "Wirtschaftswoche", wonach es für Spekulationsgewinne künftig eine eigene Anlage in den Formularen gibt, auf der Gewinne über 1000 Mark eingetragen werden müssen. Wer keine zu versteuern habe, müsse dies auf dem Hauptformular ausdrücklich angeben.

Dem Fiskus entgehen Milliarden

Spekulationsgewinne, die über 1000 Mark liegen und innerhalb eines Jahres erzielt werden, werden in Deutschland mit dem persönlichen Steuersatz belegt. Es gilt jedoch als sicher, dass ein Großteil der Börsen-Gewinne in den letzten Jahren nicht bei den Finanzämtern angegeben wurden. Dem Fiskus entgehen nach Experten-Schätzungen dadurch Milliarden-Beträge.

Auskunftsrechte der Behörden werden erweitert

Nach Angaben der Sprecherin werden zwei neue Formulare ab nächstem Jahr die bisherige Anlage KSO (Kapitaleinkünfte und Sonstiges) ersetzen: Eine Anlage SO werde es dann für Spekulationsgewinne und den Gewinnanteil von Alterseinkünften geben. Eine zweite Anlage KAP diene den sonstigen Kapitaleinkünften wie Dividenden und Zinsen. Die Sprecherin wies zudem daraufhin, dass die Finanzverwaltung das Recht zu so genannten Sammelauskünften bei Banken hätten. Bei begründetem Verdacht dürften die Steuerbehörden Auskünfte über Spekulationsgewinne einer fest umrissene Personengruppe einholen. Dies könnten etwa Kunden eines Finanzdienstleisters sein, der durch unsaubere Praktiken aufgefallen war.

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