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Transparenz? Nein!

Regierungen in Amerika, England und den Niederlanden drängen Fonds dazu ihr Abstimmungsverhalten in Hauptversammlungen zu veröffentlichen. Das macht keinen Sinn.

Sie waren die umhegten und verwöhnten Stars zu jeder Zeit an den Kapitalmärkten - ob Hausse oder Baisse. Fondsgesellschaften lebten als mächtige potenzielle Käufer von Aktien oder Rentenpapieren stets auf der Sonnenseite des Geschäftes. Das ändert sich in diesen Tagen mit Nachdruck.

Die großen Geldverwalter fühlen sich in einer unbequemen Lage, weil sie von Regierungen und Aktivisten zu einer aktiveren und öffentlich sichtbaren Rolle bei der Kontrolle von Unternehmen gedrängt werden. Die Regierungen in USA, England und den Niederlanden wollen Fonds dazu zwingen, ihr Abstimmungsverhalten zu veröffentlichen. Es ist ein unsinniges Ansinnen.

Die Streiter für eine bessere Corporate Governance drängen Unternehmen richtigerweise zu mehr Transparenz gegenüber ihren Aktionären. Und in dieser Fließrichtung macht Transparenz nur Sinn. Unternehmen habe eine Verpflichtung zur Offenheit gegenüber ihren Eigentümern. Und dieser Zwang zur Offenheit, so die herrschende Meinung, wird zu einer nachhaltigeren und besseren Führung der Firmen führen.

Welchem Sinn und Ziel aber dient eine Veröffentlichung des Abstimmungsverhaltens von Eigentümern - und hier nur der großen? Sie würde kaum zu einer Verbesserung der Unternehmensführung beitragen. Fonds sprechen regelmäßig mit dem Management und machen ihre Standpunkte klar. Gesetze in den meisten Ländern der Erde sorgen dafür, dass sie diesen privilegierten Zugang nicht zu Lasten anderer Aktionäre ausnutzen können und finanziell bevorzugt behandelt würden. Angesichts fehlender Benefits für die Öffentlichkeit entfällt die Grundlage für gesetzliche Regelungen.

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