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Transparenz?

Wenn Regulierung zu aufwendig und teuer wird, dann findet sie häufig nicht mehr statt. Daher muss sich die Art der Aufsicht ändern.

Wenn Regulierung zu aufwendig und teuer wird, dann findet sie häufig nicht mehr statt. Nach der Einführung des Sarbanes-Oxley Gesetzes in den Vereinigten Staaten hat sich die Zahl der Firmen deutlich erhöht, die sich entweder Marktsegmenten mit geringeren Publizitätsanforderungen zuwenden oder den Kapitalmarkt gleich ganz verlassen und in privates Eigentum übergehen. Ähnliche Trends lassen sich in England und Deutschland beobachten. Wenn die Last der Regulierung zu hoch wird, ziehen vor allem kleinere Firmen die Notbremse.

Aus dieser Tatsache ergeben sich einige, wenig vorteilhafte Konsequenzen. Wenn sich Unternehmen vom Aktienmarkt zurückziehen, dann wird für sie auch der Zugang zu weiterem Kapital schwieriger, wenn nicht sogar unmöglich. Diese Tatsache gilt übrigens auch für Firmen, die sich wegen der hohen Regulierungsdichte gar nicht erst an die Börse wagen. Wenn aber Kapital aus diesen Gründen nicht oder nur verknappt zur Verfügung steht, kann dies das Innovationstempo einer Volkswirtschaft spürbar bremsen.

Auch Anleger spüren die Folgen von Regulierung. Wenn Firmen in Marktsegmente mit geringeren Publizitätsanforderungen abwandern, dann nimmt die Transparenz ab anstatt zu - wie vom Gesetzgeber gewünscht. Für Investoren bedeutet dies: sie müssen genauer und mit höherem Aufwand hinschauen. Und die Unternehmen müssen im Zweifel Risikoabschläge von ihrem Kurs hinnehmen.

Am wächst die Einsicht, dass sich die Art der Aufsicht ändern muss - so wie es bei Banken seit Jahren der Fall ist. Dort wird vor allem kontrolliert, ob die Systeme der Firmen zur Eigenüberwachung ausreichen. Ein pragmatischer Ansatz.

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