Transport: Unter fremder Flagge

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Transport: Unter fremder Flagge

Zur Jahrtausendwende galten kleine, junge Logistikunternehmen als Goldgrube. Logistikoutsourcing wurde neben Biotech oder Software zum wichtigsten Zukunftsmarkt. Aber mit dem Ende des E-Commerce-Booms kam die Ernüchterung. Outsourcing ist trotzdem weiterhin ein wichtiges Thema in der Logistik.

"Der Trend ist nicht gebrochen, er hat sich nur normalisiert", sagt Heiner Rogge, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Speditions- und Logistikverbands. Jedes Jahr würden in Deutschland mit Logistik- und Transportdienstleistungen 150 Milliarden Euro umgesetzt. "Nicht einmal die Hälfte davon ist durch Outsourcing erschlossen", schätzt Rogge. In den kommenden Jahren dürfte die jährliche Wachstumsrate bei outgesourcten Dienstleistungen sechs bis acht Prozent betragen. Größte Profiteure seien etablierte Logistikunternehmen. Denn Kunden würden verstärkt verlangen, dass der Logistiker über eigene Ressourcen und Erfahrung verfügt.

Besonders aktiv sind aus Sicht Rogges weiterhin Autobauer, Krankenhäuser und Handel. Letzterer hat so gut wie kaum noch eine eigene Lagerhaltung. Vor wenigen Wochen hat zum Beispiel der Gummibärchen-Produzent Haribo die Warenlager-Logistik an die Hamburger tts Global Logistics vergeben. Die Deutsche Post hat allein 2003 Versand oder Lagerorganisation unter anderem für den Spielwarenkonzern Lego, den Sportbekleidungsproduzenten Schöffel und den Messerhersteller Zwilling übernommen. Mit der EU-Osterweiterung wachsen die Chancen für deutsche Logistiker, sagt Rogge. Neue Logistikzentren würden in Deutschland entstehen, und die Branche werde neue Arbeitsplätze schaffen.

Neben dem Transport wird auch der Fuhrpark immer häufiger ausgegliedert. "Das ist eine reine Kostenfrage", heißt es bei der Bahn-Tochter DB Rent. Die Bahn ist für den Fuhrpark der Bundeswehr zuständig. Dort wurden die Kosten 18 Monate nach der Ausgliederung von 174 Millionen Euro auf 85 Millionen Euro gesenkt. Daimler-Chrysler Services rechnet mit einem überdurchschnittlichen Wachstum bei Firmenfahrzeugen in Europa gegenüber den Neuzulassungen insgesamt, wobei vor allem Deutschland Nachholbedarf habe. "Und bei 40 Prozent der neuen Firmenautos wird auch Flottenmanagement mitbestellt werden", sagt ein Sprecher der Daimler-Chrysler-Tochter.

Quelle: Der Tagesspiegel Nr. 18369 vom 25.01.2004 - Seite 024

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