Transportunternehmen nicht überlasten
Geldtransporteure warnen vor logistischem Euro-Chaos

dpa-afx FRANKFURT. Deutschlands Geldtransporteure haben vor einem möglichen logistischen Chaos bei der Euro-Einführung gewarnt. Gut neuneinhalb Monate vor dem endgültigen der neuen Währung Anfang 2002 gebe es nur wenige Fortschritte bei der wichtigen Frage der Versorgung der Banken und des Handels mit Euro-Geldscheinen und-Münzen, sagte der stellvertretende Vorsitzende der Bundesvereinigung Deutscher Geld- und Wertdienste (BDGW/Bad Homburg), Uwe-Dirk Uhlig, am Donnerstag in Frankfurt. Nach seiner Einschätzung wird die Umstellung "wenigstens bis Ende Februar 2002 laufen, wahrscheinlich sogar länger."

Uhlig appellierte an die Kreditinstitute, sich bereits vom 1. September an mit der neuen Währung zu versorgen. Dies sei wichtig, um die Geldtransportunternehmen in der Zeit zwischen Mitte Dezember 2001 und Mitte Januar 2002 nicht zu überlasten. Die meisten Banken und der Handel hätten den Transportunternehmen aber noch keine Bedarfsplanung für die Euro-Einführung und die Entsorgung der DM vorgelegt oder ihre Aufträge in die zweite Dezemberhälfte gelegt. "Wenn das alle so machen, dann ist eine flächendeckende Euroversorgung nicht zu schaffen", sagte Uhlig.

Auch der Rücklauf der alten DM-Geldscheine und-Münzen sei nicht endgültig geklärt, sagte Uhlig: "Wir hatten auf Transport- und Lagerkapazität der Bundeswehr gehofft. Aber auch hier gab es keine konkreten Antworten." Vor allem die Münzen müssten von den Banken "vor Jahresende abgeschöpft werden, sonst bricht das System zusammen», mahnte BDGW-Geschäftsführer Harald Olschok. Der Verband forderte für die Zeit der Euro-Einführung zudem Sonderregelungen wie die Nutzung von Fußgänger-, Halte- und Parkverbotszonen sowie der Busspuren. Außerdem müsse die Polizei die Geldtransporte begleiten.

Die Bundesvereinigung hat rund 150 Mitgliedsunternehmen mit derzeit rund 2100 Geldtransportfahrzeuge. Rund 6 000 Menschen seien in der Geld- und Werttransport-Branche beschäftigt.

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